Freiburg - Ein katholischer Geistlicher muss sich seit Montag für 59 Straftaten vor dem Landgericht Freiburg verantworten.
Ihm werden Betrug, Körperverletzung, Nötigung und Untreue vorgeworfen. Der 39-jährige Priester habe die katholische Kirche um 137.000 Euro betrogen und vier weitere Opfer um mehr als 90.000 Euro geschädigt, sagte Staatsanwalt Dietrich Bezzel zum Prozessauftakt.
Eine Frau, zu der der Geistliche in enger Beziehung stand, habe er misshandelt, bedroht und systematisch unter Druck gesetzt. Die Beziehung sei von Geldforderungen und Gewalt geprägt gewesen. Unter anderem soll der Pfarrer die Frau mit einem Gürtel geschlagen haben. Der Anklage zufolge zwang er sie, ihr Haus zu verkaufen und das Geld ihm zu geben. Auch eine Verwandte der Frau habe er um Geld betrogen.
Er habe Geld für die Behandlung seines schwer kranken Bruders gebraucht, sagte der Angeklagte. Zu den Details seiner Beziehung zu der Frau wollte er sich nur unter Ausschluss der Öffentlichkeit äußern. Um die Beziehung aufzuarbeiten, befinde er sich seit zwei Jahren in psychotherapeutischer Behandlung.
In seiner Funktion als Priester und Doktorand habe der Angeklagte 2003 und 2004 die Erzdiözese Freiburg und eine Kirchengemeinde der Stadt belogen und so drei Darlehen erschlichen, sagte Staatsanwalt Bezzel. Zudem habe der Geistliche im Dezember 2005 gesammelte Spenden für sich behalten.
Für den Prozess sind sieben Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil wird am 17. Oktober erwartet.
pad/dpa
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