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30.09.2008
 

Datenpanne in Großbritannien

Student ersteigert Kamera mit Fotos von mutmaßlichen Terroristen

Peinliche Panne in Großbritannien: Ein Student hat bei Ebay eine Digitalkamera ersteigert, auf der Fotos von mutmaßlichen Terroristen sowie Bilder von Raketenwerfern gespeichert waren. Er ging zur Polizei. Tage später suchten ihn Geheimdienstbeamte auf und beschlagnahmten die Kamera.

London - Die Serie peinlicher Datenpannen in Großbritannien reißt offenbar nicht ab: Das Außenministerium in London bestätigte am Dienstag, dass die Polizei einen Vorfall untersucht, bei dem eine Digitalkamera mit Fotos von mutmaßlichen Terroristen, deren Fingerabdrücken und Namen sowie Bilder von Raketenwerfern und Raketen beim Internet-Auktionshaus Ebay versteigert wurde.

"Wir können bestätigen, dass wir eine Kamera beschlagnahmt haben, nachdem ein Bürger sie gebracht hatte. Geheimdienstbeamte ermitteln", sagte eine Sprecherin der Polizei von Hertfordshire.

Der "Sun" zufolge hatte ein 28-jähriger Bieter den Fotoapparat für umgerechnet 21 Euro ersteigert. Als er seine eigenen Fotos von der Kamera vom Typ Nikon Coolpix auf seinen Computer herunterladen wollte, sei er auf die Bilder gestoßen, die offenbar vom Auslandsgeheimdienst MI6 stammten.

Ein Außenamtssprecher bestätigte nur, dass es Ermittlungen gebe, wollte aber keinerlei Angaben dazu machen, ob britische Spione in den Fall verwickelt seien. Die "Sun" zitierte einen Freund des 28-Jährigen, der die Kamera "nur gekauft hat, weil er mit seiner Ex in die Ferien gefahren ist". Als er beim Herunterladen die Bilder von Raketenwerfern gesehen habe, sei er zu Polizei gegangen. Tage später seien dann Geheimdienstbeamte bei ihm aufgetaucht, um die Kamera zu beschlagnahmen.

Es wäre nicht der erste Datenskandal in Großbritannien. Im August kam eine CD mit den Daten von 5000 Justizmitarbeitern abhanden. Im vergangenen November räumte die Regierung ein, dass vertrauliche Informationen über 25 Millionen Briten verschwunden waren, die Kindergeld bezogen hatten. Im Januar gab das Verteidigungsministerium den Verlust detaillierter Angaben zu 600.000 Militärdienstbewerbern zu. Die Daten wurden einem Marineoffizier gestohlen.

jjc/AFP

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