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15.11.2008
 

Sex-Vorwürfe

Skandal-Priester jetzt in München tätig

Er soll homosexuelle Beziehungen zu Studenten gepflegt und mit ihnen Sexpartys gefeiert haben - jetzt ist der katholische Geistliche wieder Seelsorger. Der frühere Vizechef eines Priesterseminars war vor vier Jahren seines Amtes enthoben worden.

Hamburg - Der suspendierte Vizechef des österreichischen Priesterseminars St. Pölten, Wolfgang Rothe, ist wieder seelsorgerisch tätig. In der Pfarrei St. Michael in München-Perlach verrichtet der nach einem Sex-Skandal entlassene Geistliche nach Informationen des SPIEGEL Dienst in einem Altenheim und feiert Messen.

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Rothe war 2004 vom Bistum St. Pölten aller Ämter enthoben worden, nachdem in dem Seminar in der Diözese des damaligen Bischofs Kurt Krenn eine Sex-Affäre aufgeflogen war. Rothe und sein Vorgesetzter sollen nach Zeugenaussagen homosexuelle Beziehungen zu Studenten gepflegt und wilde Sexpartys gefeiert haben. Zudem wurden auf Computern des Seminars Tausende kinderpornografische Dateien gefunden. Dem österreichischen Nachrichtenmagazin "Profil" waren damals Fotos zugespielt worden, die den Subregens Rothe während einer Weihnachtsfeier in inniger Umarmung und beim Zungenkuss mit einem Seminarteilnehmer zeigen.

Der Priester, der in Bayern studiert hat und später in St. Pölten geweiht wurde, hatte die Sex-Affären stets bestritten und Widerspruch gegen die Sanktionen eingelegt. Erst im Frühjahr hatte der Vatikan seine Suspendierung jedoch bestätigt.

Warum der Geistliche nun doch wieder in der Seelsorge eingesetzt wird, vermochte das Erzbischöfliche Ordinariat München vorige Woche nicht zu beantworten. Diese Personalfrage müsse erst gewissenhaft recherchiert werden, so Bistumssprecher Winfried Röhmel.

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