Von Alexander Szandar
Mit Schüssen aus einem Maschinengewehr hat die deutsche Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" im Golf von Oman einen Piratenangriff auf das deutsche Kreuzfahrtschiff MS Astor abgewehrt. Wie aus einem vertraulichen Bericht des Berliner Verteidigungsministeriums an den Bundestag hervorgeht, klärte die Fregatte am Freitag vergangener Woche "zwei verdächtige schnelle Boote" auf, die sich dem Luxusliner näherten.
Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern": Angriff vereitelt
Das deutsche Kriegsschiff habe sich zwischen den Kreuzfahrer und die Boote geschoben. "Als diese mit unveränderter Geschwindigkeit auf die 'Mecklenburg-Vorpommern' zusteuerten, gab die Fregatte Warnschüsse mit einem Maschinengewehr ab", heißt es nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen in dem als "Verschluß-Sache" eingestuften Papier. Die Boote hätten nach den MG-Salven abgedreht und seien "mit hoher Fahrt in jemenitische Hoheitsgewässer" eingelaufen.
Die "Astor" bietet Platz für knapp 600 Passagiere. Sie war nach Angaben des Reiseveranstalters Transocean Tours auf dem Weg von Sharm-El-Sheikh in Ägypten nach Dubai. Dort ist das Schiff am Dienstag eingelaufen.
Unmittelbar vor dem Zwischenfall hatte ein Bordhubschrauber der "Mecklenburg-Vorpommern" drei Besatzungsmitglieder des Frachters "Biscaglia" aus der See geborgen, die während eines Piratenangriffs von Bord gesprungen waren. Sie wurden auf das französische Schiff "Va"r gebracht.
Zwei Tage nach der versuchten Attacke auf die "Astor" versuchten Piraten in dem gefährlichen Seegebiet am vorigen Sonntag erneut, ein mit rund tausend Menschen besetztes Kreuzfahrtschiff zu kapern.
Der Kapitän des US-Kreuzfahrers "MS Nautica" konnte die Boote, aus denen Piraten mehrere Schüsse abgegeben hatten, jedoch abhängen, indem er schlicht das Tempo erhöhte.
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