Los Angeles/Washington - Ein Flugticket nach Kanada und 17.000 Dollar hatte er eingesteckt - doch flüchten konnte der Amokläufer nicht mehr. Der Mann hatte sich als Santa Claus verkleidet und bei einer Weihnachtsfeier in Los Angeles neun Partygäste getötet. Bewaffnet mit mehreren Pistolen, stürmte er an Heiligabend das Haus seiner Schwiegereltern, schoss wild um sich und legte anschließend Feuer.
Doch bei dem offenbar akribisch geplanten Überfall auf die Familienfeier seiner Ex-Frau lief etwas anders. Der Täter nutzte einen selbstgebauten Apparat, um Benzin im Haus zu versprühen. Als sich die explosive Mischung aus Luft und Treibstoff entzündete, erlitt der Amokläufer selbst Verbrennungen dritten Grades. "Es scheint, dass das Weihnachtskostüm ihm am Körper geschmolzen ist", sagte Polizeichef Kim Raney bei einer Pressekonferenz am Freitag (Ortszeit). Offensichtlich hätten ihn seine schweren Verbrennungen an Arm und Beinen an der geplanten Flucht gehindert.
Statt zum Flughafen fuhr der Täter nach dem Amoklauf zum Haus seines Bruders. Dort traf er niemanden an und tötete sich schließlich mit einem Kopfschuss. Die Polizei geht davon aus, dass der Mann aus Ärger über seine gescheiterte Ehe Amok lief. Der Amokläufer war arbeitslos und zwei Jahre lang verheiratet. Bei der Scheidung im März 2008 wurden seiner Frau 10.000 Dollar und der Hund zugesprochen. Unter den Opfern sollen sich auch seine Ex-Frau sowie seine Schwiegereltern befinden. Bislang konnten die Opfer noch nicht identifiziert werden, die Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.
Der Mann ging mit äußerster Brutalität vor. "Er hatte vier geladene Pistolen, alle vier Pistolen waren nach der Tat leer geschossen", sagte Polizeichef Raney. "Einem achtjährigen Mädchen, das ihm die Tür öffnete, schoss er ins Gesicht." Der Täter habe seine Opfer regelrecht exekutiert.
Medienberichten zufolge wünschte der Täter den rund 25 Partygästen "Frohe Weihnachten", bevor er dass Feuer eröffnete. Unter den Gästen sei Panik ausgebrochen. Einige hätten versucht, sich im oberen Stockwerk in Sicherheit zu bringen. Andere hätten versucht, sich hinter Möbeln zu verstecken. Ein junges Mädchen habe sich den Knöchel gebrochen, als es aus einem Fenster im ersten Stock ins Freie sprang. Einem anderen jungen Mädchen, das fliehen wollte, habe der Täter in den Rücken geschossen.
Das Feuer habe sich in kürzester Zeit ausgebreitet, hieß es. Als die Polizei den Tatort erreichte, hatten die Flammen das Haus bereits weitgehend zerstört. 80 Feuerwehrleute seien im Einsatz gewesen, um den Brand zu löschen.
hda/dpa/AP
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