Wien - Schritt ins selbstbestimmte Leben: Acht Monate nach ihrer Befreiung haben die Opfer des mutmaßlichen Inzest-Täters von Amstetten, Josef F., die Nervenklinik verlassen, in die sie Ende April gebracht worden waren. Das hat einer der Anwälte der Familie, Christoph Herbst, am Montag mitgeteilt.
Die heute 42-jährige Tochter war im Alter von 18 Jahren von Josef F. in ein von ihm gebautes Kellerverlies im eigenen Haus gesperrt worden, wo er sie 24 Jahre lang - zum Teil angekettet - festhielt und sie immer wieder vergewaltigte. Aus der Zwangsverbindung sind sieben Kinder hervorgegangen, von denen sechs überlebten.
Die Kinder hätten nach ihrem Klinikaufenthalt ein neues Domizil bezogen, sagte der Anwalt. Wann die siebenköpfige Familie entlassen wurde und wo sie heute lebt, soll geheim bleiben. Die Tochter F.s und ihre Kinder "wollen versuchen, ein neues Leben zu beginnen", betonte Herbst.
Josef F. wird Anfang kommenden Jahres der Prozess gemacht. Ihm wird unter anderem Mord, wiederholte Vergewaltigung, Inzest sowie langjährige Freiheitsberaubung vorgeworfen. Im Falle seiner Verurteilung muss er mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe oder Sicherungsverwahrung rechnen.
han/dpa
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