Bamberg - Ihm drohte eine Anklage wegen sexuellen Missbrauchs von Jungen. Doch die Ermittlungen gegen den 64-jährigen Priester seien eingestellt, teilte der Bamberger Oberstaatsanwalt Joseph Düsel am Montag mit. Diese hätten ergeben, dass der Geistliche zunächst als Präfekt und später als Direktor des Knabeninternats Ottonianum von 1978 bis 1984 an acht Heimbewohnern in insgesamt zehn Fällen sexuelle Handlungen vorgenommen habe. Einige der Opfer seien zur Tatzeit noch jünger als 14 Jahre gewesen, berichtete Düsel.
Obwohl aufgrund von Zeugenaussagen von einem "für die Anklageerhebung erforderlichen hinreichenden Tatverdacht auszugehen" sei, könnten die Delikte nicht mehr angeklagt werden. Sie seien seit geraumer Zeit verjährt.
Die Vorwürfe gegen den Domkapitular wurden im Mai 2008 bekannt. Kurze Zeit später legte er alle kirchlichen Ämter nieder. Seither übe er keine priesterlichen Dienste mehr aus, sagte Bistumssprecherin Elke Pilkenroth. Kirchenintern werde auch nach Abschluss des strafrechtlichen Verfahrens weiter gegen den 64-Jährigen ermittelt. Dabei werde die Kongregation für die Glaubenslehre in Rom prüfen, ob und wie er zu bestrafen sei.
"Das Bistum will alles tun, um die Angelegenheit komplett aufzuklären", heißt es in einer Presseerklärung. Nach wie vor gebe der 64-Jährige an, sich an die Vorfälle nicht mehr erinnern zu können, sagte Pilkenroth.
Die von der Erzdiözese Bamberg und dem Beauftragten zur Klärung von Fällen sexuellen Missbrauchs durch Priester empfohlenen therapeutischen Hilfsangebote seien von ihm nur bedingt in Anspruch genommen worden.
jjc/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Justiz | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH