Blaufelden - Am Freitagabend versuchten zwei unbekannte Täter, den Angestellten der Raiffeisenbank im baden-württembergischen Blaufelden-Gammesfeld in ihre Gewalt zu bringen. Der Mann wurde dabei leicht verletzt, konnte die beiden Täter aber in die Flucht schlagen.
Nach den bisherigen Ermittlungen hatten die beiden Männer den Angestellten abgepasst, als er gegen 23.30 Uhr das Kreditinstitut verlassen wollte. Sie kamen aus einem Hinterhof, riefen "Überfall", bedrohten den Mitarbeiter und versuchten, ihn in die Bank zu drängen.
Der Angestellte konnte die beiden Männer von sich weg schieben. Daraufhin schlug einer der Räuber ihm mit einem Gegenstand auf den Kopf, der Angestellte fiel eine Treppe herunter. Die beiden Täter flüchteten zu Fuß.
Die Raiffeisenbank im Blaufelder Ortsteil Gammesfeld wurde als kleinste Bank in Deutschland bundesweit bekannt. Zu Beginn der Finanzmarktkrise wurde vielfach über das Kreditinstitut berichtet, da dort weder mit Aktien noch mit Fonds oder anderen Finanzprodukten Geschäfte gemacht werden. Kredite werden nur an Einheimische vergeben - für einen vorher festgelegten und nicht verhandelbaren Zinssatz von zuletzt 4,25 Prozent.
Die Bank zählte 2008 rund 600 Kunden mit gut 1400 Konten. Die Bilanzsumme liegt bei rund 18 Millionen Euro.
Die Bank wurde 1890 von Fritz Vogt gegründet. Bis 2006 stand dessen gleichnamiger Enkel an der Spitze des Kreditinstituts. Inzwischen führt ein Bankkaufmann, der nicht aus der Familie Vogt stammt, die Geschäfte.
In Existenznöte kam die Bank einst durch einen jahrelangen Rechtsstreit mit der Bankenaufsicht. Diese wollte dem Ein-Mann-Betrieb mit Blick auf das Vier-Augen-Prinzip vorschreiben, dass er einen zweiten Geschäftsführer braucht, und entzog 1984 die Betriebserlaubnis. 1990 entschied jedoch das Bundesverwaltungsgericht zugunsten der Bank.
han/ddp
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