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27.02.2009
 

Holzklotz-Prozess

Angeklagter ist verhandlungsunfähig

Verzögerung im Holzklotz-Prozess: Wegen eines akuten Infekts des Angeklagten musste die Verhandlung abgebrochen werden. Das mit Spannung erwartete Gutachten über die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Holzklotzwerfers lässt somit vorerst auf sich warten.

Oldenburg - Taktik der Verteidigung oder tatsächliches Unwohlsein? Das im sogenannten Holzklotzprozess mit Spannung erwartete Gutachten über die Glaubwürdigkeit des Nikolai H. wird voraussichtlich erst in vier Wochen vorgetragen.

Wegen eines akuten Infekts des Angeklagten wurde die Verhandlung am Freitag vor dem Landgericht Oldenburg kurz nach Beginn wieder beendet. Ein Polizeiarzt habe die Verhandlungsunfähigkeit des 31-Jährigen bescheinigt, sagte der Vorsitzende Richter.

Der Verteidiger hatte zuvor mitgeteilt, sein Mandant fühle sich nicht gut. Ihm sei schwindlig und er sehe sehr blass aus. Zudem habe er seit Tagen nichts essen können.

Das Glaubwürdigkeitsgutachten soll voraussichtlich am 24. März vorgetragen werden. Der tatverdächtige Nikolai H. hatte zunächst den Wurf des Holzklotzes bei der Polizei und vor dem Haftrichter gestanden, sein Geständnis später aber widerrufen.

Die Verteidigung hatte kritisiert, dass dem Angeklagten erst nach seinem Geständnis Methadon verabreicht und somit Druck ausgeübt worden sei.

Nikolai H. soll am Ostersonntag 2008 einen knapp sechs Kilogramm schweren Holzklotz bei Oldenburg von einer Autobahnbrücke auf die A 29 geworfen haben. Der Holzklotz durchschlug die Windschutzscheibe des Autos einer vierköpfigen Familie aus dem münsterländischen Telgte. Bei der Tat wurde die Mutter tödlich verletzt. Ein weiterer Gutachter soll ebenfalls am 24. März darlegen, ob der drogenabhängige Angeklagte bei seinen Geständnissen überhaupt vernehmungsfähig gewesen sei.

Der Angeklagte hatte bereits vor elf Jahren die Verantwortung für einen tödlichen Verkehrsunfall auf sich genommen. Die Staatsanwaltschaft wies dem damals 20-Jährigen aber nach, dass ein anderer das Unfallauto gefahren hatte.

Der Prozess wird am nächsten Freitag mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt.

jjc/ddp/dpa

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