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11.03.2009
 

Blutbad

Viele Tote bei Amoklauf in Alabama

Er schoss auf alles, was sich bewegte: Beim Amoklauf eines Mannes im US-Bundesstaat Alabama sind mindestens zehn Menschen getötet worden - darunter der Täter selbst. Er richtete in zwei Orten ein Blutbad an, sein Motiv ist noch unklar.

Washington - Ein Amokläufer hat im US-Bundesstaat Alabama mindestens neun Menschen getötet und sich dann selbst erschossen. Über das Motiv des Täters herrschte zunächst Rätselraten. Möglicherweise handelt es sich um eine Familientragödie: Unter den Toten sind mehrere Verwandte des Schützen - unter anderem auch seine Mutter und seine Großeltern.

Aber auch Passanten, die sich an Tankstellen, in Läden oder auf den Veranden vor ihren Häusern aufhielten, wurden zu seinen Opfern. Mindestens vier Menschen wurden verletzt, unter ihnen ist laut Behördenangaben auch ein Kind.

"Wir wissen nicht, was die Tat ausgelöst hat"

"Er schoss auf alles, was er zu Gesicht bekam", sagte ein Polizist. Das Blutbad ereignete sich in Geneva County im Südosten Alabamas nahe der Grenze zu Florida.

Ersten Erkenntnissen der Polizei zufolge steckte der Mann zunächst das Haus seiner Mutter in der Nähe der Ortschaft Kingston in Brand, in dem er gemeinsam mit ihr gelebt hatte. Die Ermittler entdeckten in dem brennenden Gebäude die Leiche der Frau. Zunächst war unklar, ob die Mutter des Täters erschossen wurde oder in den Flammen starb.

Nach Behördenangaben fuhr der Täter dann ins nahe gelegene Samson und tötete dort die Großeltern, bei denen er als Junge gelebt hatte, sowie eine Tante, einen Onkel und ein Kind, das sich ebenfalls in dem einstöckigen Wohnhaus aufhielt. Auch in zwei weiteren Häusern in Samson soll er je einen Menschen getötet haben.

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Sein Hass richtete sich offenbar auch gegen völlig Fremde: Eine Frau, die gerade den Laden einer Tankstelle verließ, und eine Person in einem Haushaltswarenladen wurden von dem Amokläufer erschossen. "Wir wissen nicht, was die Tat ausgelöst hat", erklärte der Rechtsmediziner Robert Preacher.

Auf der Flucht schoss er auf einen Polizeiwagen und rammte ihn mehrmals. Ein Polizist wurde bei der Verfolgungsjagd von Glassplittern verletzt. Die Polizei verfolgte den Schützen bis in den rund 20 Kilometer entfernten Ort Geneva. Auf dem Gelände der Metallfabrik von "Reliable Metal Products", in der er gearbeitet hatte, schoss er noch einmal mit seiner halbautomatischen Waffe wild um sich.

"Er schoss auf Menschen, die auf ihren Veranden saßen"

Eine der Kugeln traf den Angaben zufolge auch den Polizeichef von Geneva, der durch seine kugelsichere Weste gerettet wurde. Dann habe sich der Täter in ein Gebäude geflüchtet und sich erschossen, teilte die Polizei mit.

Eine Senatorin des Staates Alabama, Harri Anne Smith, sagte fassungslos: "Er fuhr die Straße entlang und schoss auf Menschen, die auf ihren Veranden saßen. Eine Familie saß einfach auf ihrer Veranda, und sie wurde erschossen."

Die Gegend im Südosten von Alabama nahe der Grenze zu Florida ist von Landwirtschaft bestimmt, insbesondere vom Erdnussanbau. Die Menschen dort haben meist nur ein geringes Einkommen.

In den USA kommt es immer wieder zu Amokläufen. Erst vergangene Woche hatte ein Mann in Cleveland im Bundesstaat Ohio in einem Familiendrama fünf Menschen und anschließend sich selbst erschossen. Einer der schlimmsten Bluttaten dieser Art ereignete sich im April 2007 auf einem Universitätscampus in Blacksburg im Bundesstaat Virginia, als ein Student 32 Menschen und sich selbst tötete.

Experten bekräftigen immer wieder, eine der Ursachen seien die Waffengesetze in den USA, die in den meisten Bundesstaaten das Waffentragen erlauben. Auch gebe es in den USA beim Waffenkauf so gut wie keine Hindernisse.

han/als/AP/dpa/AFP/Reuters

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