Montag, 23. November 2009

Panorama



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13.03.2009
 

Ankündigung im Chat

Schule nach Amok-Drohung geschlossen

Die Polizei hat eine Realschule in Ilsfeld bei Heilbronn abgesperrt. Zuvor hatte es im Internet eine Amok-Drohung gegeben - ein Trittbrettfahrer des Mörders von Winnenden. In Norddeutschland und in Frankreich gibt es ähnliche Fälle.

Ilsfeld/Soltau - Die Schüler waren am Morgen erst gar nicht in ihr Schulgebäude in dem baden-württembergischen Ort Ilsfeld hineingekommen. Polizeibeamte fingen sie bereits auf dem Weg dorthin ab und brachten sie in umliegende Hallen. Dort würden sie gemeinsam mit Eltern und Lehrern betreut, sagte ein Polizeisprecher.

In der Nacht zuvor sei über einen Internet-Chat die Amok-Drohung gegen die Realschule eingegangen. Nach dem Amoklauf an einer Schule in Winnenden am Mittwoch nähmen Polizei und Staatsanwaltschaft "die Bedrohungslage ernst", hieß es weiter.

Aus "Spaß" Blutbad angekündigt

Im niedersächsischen Schneverdingen ist am Freitagmorgen ein 21-jähriger Trittbrettfahrer festgenommen worden. Er hatte am Vorabend in einem Internetchat einen Amoklauf an einer Schule angedroht. Als die Polizei bei ihm auftauchte, gab er an, sich nur einen Spaß mit Freunden gemacht zu haben.

Ein 16-jähriger Schüler aus Würzburg hatte die Polizei am Donnerstagabend auf die Drohung des Norddeutschen in einem Chatroom aufmerksam gemacht. Der Junge hatte mehrere Einträge gefunden, in denen ein Nutzer für Freitag unter anderem ankündigte: "Ich habe eine Waffe und werde alle töten." Die Ermittlungen der Würzburger Polizei führten schnell zum Computer des 21-Jährigen aus Schneverdingen.

Obwohl es eine Schule mit dem in der Drohung genannten Namen weder in Schneverdingen noch im Kreis Soltau-Fallingbostel gebe, hätten die Ermittler die Ernsthaftigkeit der Einträge nicht ausschließen können, teilte die Polizei mit. Gemeinsam mit Spezialkräften aus Hannover drangen die Beamten daher am frühen Morgen in die Wohnung des 21-Jährigen ein und nahmen ihn vorläufig fest.

Gegen den Trittbrettfahrer wurde ein Strafverfahren wegen der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet. In solchen Fällen droht dem Täter eine bis zu dreijährige Haftstrafe oder eine Geldstrafe. Daneben werde der 21-Jährige auch die Kosten des Einsatzes der insgesamt 40 Polizisten tragen müssen, sagte der Sprecher. Auf den Schulbetrieb in Schneverdingen und Umgebung blieb die Amokdrohung ohne Auswirkungen.

Sogar über die Landesgrenzen hinweg gibt es Nachahmer. In Frankreich erlaubte sich ein 18-Jähriger einen schlechten Scherz im Internet. Er drohte damit, ein Blutbad in einer Schule in Le Raincy bei Paris anzurichten, wie die Polizei am Freitag mitteilte. "In Le Raincy wird Blut fließen, ich habe Waffen", schrieb er demnach am Donnerstagabend. Nach einem Hinweis des Internetbetreibers wurde auch er am frühen Freitagmorgen festgenommen und gab als Motiv "Spaß" an. In seiner Wohnung wurden keinerlei Waffen gefunden. Ihm drohen nach französischem Recht bis zu zwei Jahre Gefängnis und 30. 000 Euro Geldstrafe.

Im schwäbischen Winnenden hatte am Mittwoch der 17-jährige Tim K. in seiner früheren Schule ein Blutbad angerichtet. In der Schule und auf der anschließenden Flucht erschoss der Amokläufer 15 Menschen und tötete sich dann nach Erkenntnissen der Polizei selbst. Nach der Tat hatte die Polizei erklärt, in den kommenden Tagen sei mit Drohungen von Trittbrettfahrern zu rechnen.

ler/ddp/AFP

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