Lamspringe - Als die Polizei in der Feldbergstraße eintraf, fand sie die 40-jährige Cornelia K. tot auf dem Fahrersitz ihres Autos: Christian H. hatte seine Lebensgefährtin mit drei Schüssen getötet. Auf dem Grundstück entdeckten die Ermittler zwei schwerverletzte Kinder. Im Haus sahen die Beamten schließlich den getöteten achtjährigen Sohn Niklas und auch die Leiche des 37-jährigen Täters. Nur eine sechsjährige Tochter des Paares konnte entkommen. Sie wird psychologisch betreut.
Eine 14 Jahre alte Tochter und einen 16 Jahre alten Sohn seiner Lebensgefährtin sowie einen Freund der Kinder verletzte H. durch die Schüsse schwer. Während das 14-jährige Mädchen inzwischen aus dem künstlichen Koma erwacht und auch der 15-Jährige offenbar "über den Berg" sei, schwebe der 16-Jährige noch immer in Lebensgefahr, sagte Polizeisprecher Klaus Kubik. Der Jugendliche liege nach wie vor auf der Intensivstation.
H. habe insgesamt elf Schüsse aus einer großkalibrigen Pistole abgegeben, teilte die Polizei mit.
H. war in der Vergangenheit noch nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten. Ein Verfahren wegen Bedrohung sei vor Jahren eingestellt worden, teilten die Ermittler mit.
Dem blutigen Familiendrama sind jedoch offenbar langjährige Streitigkeiten vorausgegangen. Es gebe Hinweise auf lang andauernde "Konflikte und Probleme" in der Beziehung, sagte Kriminalhauptkommissar Guido Nolte. Zudem hätten in der Familie wohl "Eifersucht und wirtschaftliche Schwierigkeiten" eine Rolle gespielt.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Täter im illegalen Besitz mehrerer Waffen, darunter die Pistole und eine Doppelflinte. Der Mann habe zwar eine Waffenbesitzkarte beantragt, die nach der Tat sichergestellten Waffen seien in dieser aber noch nicht eingetragen gewesen, sagte Oberstaatsanwalt Bernd Seemann.
Das Paar war nicht verheiratet und lebte mit eigenen Kindern sowie mit Kindern der Frau aus einer früheren Beziehung unter einem Dach.
Die Polizei war gegen 18.45 Uhr von Nachbarn alarmiert worden, die Schüsse gehört hatten. Das Einfamilienhaus wurde weiträumig abgesperrt, Notärzte kümmerten sich um die schwerverletzten Kinder.
han/dpa/ddp
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