Berlin - Angriff vor der somalischen Küste: Im Golf von Aden haben Piraten einen Tanker der deutschen Marine angegriffen. Sieben Seeräuber hätten die "Spessart" und ihre zivile Besatzung am Wochenende mit Handfeuerwaffen beschossen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Montag in Berlin. Marinesoldaten, die zum Schutz auf der "Spessart" mitfuhren, hätten die Seeräuber mit einem Schuss vor den Bug ihres Bootes vertrieben.
Die "Rheinland Pfalz" Anfang März: Auf der Fregatte wurden sieben Piraten festgesetzt
Daraufhin habe das Boot zunächst abgedreht, sei jedoch später gestoppt worden. Bei dem Schusswechsel sei niemand verletzt worden.
Anschließend hätten die "Spessart" und weitere Schiffe des EU-Verbandes "Atalanta" die Piraten verfolgt und gestellt. An diesem Montag hat die deutsche Fregatte "Rheinland-Pfalz" die Angreifer an Bord genommen und festgesetzt. "Derzeit findet die Beweissicherung statt", sagte der Ministeriumssprecher.
Nun muss sich entscheiden, wo die Strafverfolgung der Männer stattfinden soll. Die Bundesregierung berate derzeit über das weitere Vorgehen, sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums.
Der Parlamentarische Verteidigungsstaatssekretär Christian Schmidt (CSU) sprach sich dafür aus, die Piraten in Deutschland vor Gericht zu stellen. Anders als bei dem Fall vor einigen Wochen sei hier deutsches Rechtsgut betroffen, sagte er. "Ohne einer Entscheidung vorgreifen zu wollen, bin ich der Auffassung. dass sich die Piraten in Deutschland verantworten sollten."
Deutschland hatte am 10. März neun somalische Piraten an Kenia überstellt, die eine Woche zuvor im Golf von Aden einen deutschen Frachter kapern wollten und dabei festgesetzt worden waren.
dpa/ddp/AP/reuters
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