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15.04.2009
 

Golf von Aden

Piraten geben Frachter frei

Aufatmen in Athen: Ein im vergangenen Monat von Piraten vor Somalia entführter griechischer Frachter ist wieder frei. Allen 24 Besatzungsmitgliedern geht es nach offiziellen Angaben gut.

Athen - Der unter der Flagge von St. Vincent und den Grenadinen fahrende Frachter "Titan" war am 19. März entführt worden. An Bord befanden sich 24 Mann Besatzung, darunter drei Griechen. Das Schiff war auf dem Weg vom Schwarzen Meer nach Südkorea, als es von den Piraten gekapert wurde. Nach einem Monat in der Gewalt somalischer Piraten ist die "Titan" nun wieder freigekommen, die Seeleute sind wohlauf.

Derweil werden erste Zweifel an der Heldengeschichte des US-Kapitäns Richard Phillips laut, der sich zum Schutz seiner Mannschaft somalischen Piraten als Geisel ergeben haben soll. Mitglieder seiner Crew berichteten am Mittwoch dem Fernsehsender ABC News, dass Phillips keineswegs freiwillig mit den Piraten gegangen sei. "Sein Vorhaben war nicht, das Schiff zu verlassen", sagte Vizekapitän Shane Murphy. "Aber die Dinge haben sich anders entwickelt als gedacht." Phillips sei offenbar Opfer einer List der Piraten geworden.

Piraten hatten die "Maersk Alabama" am 8. April etwa 500 Kilometer vor Somalia angegriffen. Nach 13 Stunden gelang es der Besatzung laut Murphy, die Piraten zum Verlassen des US-Frachters zu bewegen. Im Gegenzug sollten ihnen Nahrungsmittel, Treibstoff und ein Rettungsboot überlassen werden. Zunächst hatte es auch geheißen, die Mannschaft habe die Seeräuber mit Gewalt verjagt.

Phillips sei dann mit den Piraten in ein Rettungsboot gestiegen, um ihnen zu zeigen, wie sie von der "Maersk Alabama" ablegen könnten, berichtete Murphy. "Aber die Situation hat sich zusehends verschlechtert, irgendwie hat es nicht geklappt und dann waren wir mit der Realität konfrontiert", so der erste Offizier über den Moment, als die Piraten mit Phillips im Rettungsboot davonfuhren.

Phillips war nach fünf Tagen in der Gewalt der Piraten am Sonntag von Scharfschützen der US-Marine befreit worden. In den USA wird der 53-Jährige seit seiner Geiselnahme als Held gefeiert, weil es in ersten Berichten hieß, er habe sich selbst als Geisel angeboten, um seine Mannschaft zu schützen.

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jdl/AFP

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