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25.04.2009
 

Indischer Ozean

Piraten greifen Kreuzfahrtschiff an

Von Dietmar Hipp und Matthias Gebauer

Im Indischen Ozean haben Piraten nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen das Kreuzfahrtschiff "MSC Melody" attackiert. Sicherheitsleute an Bord konnten den Angriff aber zurückschlagen. An Bord sind 1527 Menschen, darunter viele Deutsche.

Hamburg/Mombasa - Im Indischen Ozean hat es einen neuen Angriff von Seeräubern gegeben, diesmal wurde ein Kreuzfahrtschiff attackiert. Ein Sprecher der EU-Mission "Atalanta" bestätigte SPIEGEL ONLINE auf Anfrage, dass die "MSC Melody" der italienischen Reederei MSC Crociere am Samstagabend von einem Schnellboot angegriffen worden sei. Dabei sei es zu einem heftigen Schusswechsel gekommen, so der Sprecher der Anti-Piraten-Mission der EU.

Die versuchte Entführung scheiterte nur, weil das Kreuzfahrtschiff nach Erkenntnissen der EU-Mission bewaffnete Sicherheitskräfte an Bord hatte, die den Angriff zurückschlagen konnten. Über Verletzte auf dem Schiff oder unter den Angreifern lagen zunächst keine Informationen vor, so der Sprecher zu SPIEGEL ONLINE. Das Schiff habe seine Fahrt mittlerweile fortgesetzt.

Kreuzfahrtschiff "MSC Melody": Attackiert von Seeräubern
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Kreuzfahrtschiff "MSC Melody": Attackiert von Seeräubern

Der Sprecher der EU-Mission konnte den Ort des Überfalls nicht genau angeben. Es handele sich aber um die Gewässer im sogenannten Somali-Becken. Die Marine geht deshalb davon aus, dass es sich bei den Angreifern um somalische Piraten handelte.

Ein Kriegsschiff der EU-Mission war bei der Attacke zwar nur rund hundert Seemeilen entfernt, konnte aber nicht mehr eingreifen. Im Lagezentrum des Auswärtigen Amtes (AA) in Berlin lagen zunächst keine Hinweise auf den Überfall vor. Ein Sprecher betonte aber nach der Anfrage von SPIEGEL ONLINE, dass man den Sachverhalt umgehend klären wolle. Die italienische Reederei betreibt in München die Tochtergesellschaft MSC Kreuzfahrten.

Die "MSC Melody" war von den Seychellen gekommen und auf dem Weg nach Genua. Die Attacke ereignete sich am Samstag um etwa 21.45 Uhr mitteleuropäischer Zeit, etwa neun Stunden, nachdem das Schiff von den Seychellen aufgebrochen war. An Bord sind 991 Passagiere, darunter nach Angaben der Reederei 38 Deutsche, und 536 Besatzungsmitglieder.

Ein Passagier aus Baden-Württemberg hatte SPIEGEL ONLINE am Telefon von dem Angriff berichtet. "Während einer Show an Bord sind plötzlich Schüsse gefallen", sagte er. Er habe etwa 50 Schüsse gehört, die offenbar außerhalb des Kreuzfahrtschiffes abgegeben worden seien. Andere Passagiere hätten zuvor ein weißes Schnellboot gesehen, das dem Kreuzfahrtschiff gefolgt sei, so der Passagier.

Von der Brücke aus wurden die Passagiere der "MSC Melody" demnach aufgefordert, in ihre Kabinen zu gehen und die Lichter zu löschen. "Das ganze Schiff ist verdunkelt", sagte der Passagier. "Es kam auch die Durchsage, dass die Sicherheitskräfte am Horn von Afrika verständigt seien."

Die "MSC Melody" verfügt über 532 Kabinen und wurde im Jahr 2005 umfassend renoviert. Laut Website der Reederei hat sie 35.143 Bruttoregistertonnen.

Zuvor hatte es am Samstagmorgen bereits einen Piratenüberfall im Golf von Aden gegeben: Somalische Seeräuber brachten einen Frachter einer deutschen Reederei in ihre Gewalt. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen stammt die Crew auf der "MV Patriot" nicht aus Deutschland.

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