Zwei kenianische Ärzte, die im Jahr 2000 das Opfer Josef Brunlehner nach dem Angriff des Prinzen betreut hatten, warfen ihm vor, schwere Verletzungen lediglich simuliert zu haben. Auch ein Deutscher, der Brunlehner damals zur Seite gestanden hatte, gab gegenüber dem SPIEGEL an, Brunlehner habe schwerwiegende gesundheitliche Folgen der Schläge vorgetäuscht.
So sei eine angebliche künstliche Beatmung in einem Krankenhaus in Mombasa gestellt worden, um den Fall fürs Fernsehen dramatischer erscheinen zu lassen. Der Schlauch der verwendeten Atemmaske sei in Wahrheit nirgendwo angeschlossen gewesen, sondern unter der Matratze des Krankenbettes versteckt worden. Zwei weitere Zeugen sagten aus, Brunlehner habe sich unmittelbar nach der Attacke ganz normal bewegt; schwere Verletzungen hätten offenbar nicht vorgelegen.
Brunlehner wehrt sich gegen den Verdacht
Brunlehner bestritt gegenüber dem SPIEGEL entschieden, simuliert zu haben; er sei auch tatsächlich künstlich beatmet worden. Nach seinen Angaben hatte der Prinz ihn mit einem Schlagring mehrfach und schwer verletzt. Dagegen behauptet der Welfe, nur zwei Ohrfeigen ausgeteilt zu haben, ohne einen Schlagring zu benutzen.
Am 15. Juni beginnt in Hildesheim vor dem Landgericht erneut der Prozess in der Sache. Der Prinz war 2004 vom Landgericht Hannover zunächst rechtskräftig zu einer Geldstrafe von 445.000 Euro verurteilt worden. Im vergangenen Jahr ordnete das Landgericht Hildesheim die Wiederaufnahme des Verfahrens an.
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