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01.07.2009
 

Vorfall in Dresden

Angeklagter tötet Zeugin im Gerichtssaal

Bluttat im Gericht: Eine 32 Jahre alte Zeugin ist am Mittwoch bei einer Verhandlung am Dresdner Landgericht von dem Angeklagten erstochen worden. Der Täter wurde überwältigt, weitere Menschen wurden verletzt.

Dresden - Die Tat ereignete sich am Morgen gegen 10.30 Uhr, über die Hintergründe ist noch immer wenig bekannt. Der 28 Jahre alte Täter wird gegenwärtig vernommen. "Der Mann hat die Frau im Gerichtssaal mit einem Messer angegriffen", sagte Polizeisprecher Thomas Geithner SPIEGEL ONLINE. Die Zeugin sei noch im Gerichtsgebäude ihren schweren Verletzungen erlegen.

Rettungskräfte und Polizei vor dem Eingang des Dresdner Landgerichts: "Alle Beteiligten stehen unter Schock"Zur Großansicht
AP

Rettungskräfte und Polizei vor dem Eingang des Dresdner Landgerichts: "Alle Beteiligten stehen unter Schock"

Nach Angaben der Gerichtssprecherin Bettina Garmann wurden bei dem Vorfall auch weitere Menschen verletzt. Die genaue Zahl war zunächst unklar. Ein Polizeisprecher erklärte weiter: "Bei der Überwältigung des Täters ist von Seiten der Polizei ein Schuss gefallen."

Die Polizei hat den Tatort weiträumig abgesperrt.

Zu dem Gewaltausbruch kam es während einer Berufungsverhandlung zu einem Beleidigungsdelikt, wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Christian Avenarius, sagte. Der Angeklagte war laut Gerichtssprecherin Garmann im vergangenen Jahr zu einer Geldstrafe wegen Beleidigung verurteilt worden. Für das jetzige Verfahren habe es keinen Anlass zu besonderen Sicherheitsmaßnahmen gegeben. "Es gab keinerlei Anhaltspunkte, der Täter war auch nicht in Haft."

Gegen den aus Perm nahe dem Ural in Russland geborenen Mann werde nun wegen Totschlags ermittelt.

"Es ist ganz fürchterlich, dass eine solche Alltagssituation in einer Katastrophe mündete. Alle Beteiligten stehen unter Schock", sagte Avenarius. Unklar ist noch, in welcher Beziehung Täter und Opfer stehen.

Laut Garmann hatte der Angeklagte im August 2008 auf einem Spielplatz in Dresden eine Frau beschimpft. Der damals arbeitslose Lagerfacharbeiter war dafür Ende 2008 vom Amtsgericht Dresden zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Darüber sollte nun erneut entschieden werden.

Die Dresdner Rettungsleitstelle war am Vormittag um 10.26 Uhr aus dem Gerichtsgebäude alarmiert worden. Die Feuerwehr schickte drei Notärzte und einen Leitenden Notarzt sowie vier Rettungswagen zum Tatort an den Sachsenplatz.

Erst im April gab es in Landshut in Bayern eine Bluttat in einem Gericht. Nach jahrelangem Zwist um Geld erschoss dabei ein 60-jähriger Mann im Landgericht seine 48-jährige Schwägerin, verletzte deren Anwalt und eine zweite Schwägerin schwer und nahm sich mit einem Kopfschuss das Leben.

han/dpa

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