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02.07.2009
 

Klassenfahrt nach München

Schweizer Schüler prügeln 46-Jährigen bewusstlos

Sie waren auf der Suche "nach dem Kick": Völlig unvermittelt sollen mehrere Jugendliche aus der Schweiz in München einen Mann zusammengeschlagen und schwer verletzt haben. Sie hätten einfach "Leute wegklatschen" wollen, sagte einer der Schüler.

München - Eine brutale Tat schockiert die bayerische Landeshauptstadt: In der Nacht zum Mittwoch soll eine Gruppe Schweizer Schüler ohne Vorwarnung auf einen Versicherungskaufmann eingeprügelt haben. Der 46-Jährige kam aus Nordrhein-Westfalen und war auf dem Rückweg von einem Geschäftsessen zu seinem Hotel an den Jugendlichen vorbei gegangen.

Die Schüler gingen laut Staatsanwaltschaft mit großer Brutalität vor. Der Münchner Polizei zufolge erlitt das Opfer Brüche im Gesicht und wurde mit einem Schleudertrauma in eine Klinik gebracht. Durch die brutale Misshandlung erlitt er ferner eine Gedächtnisstörung.

Zeugenaussagen brachten die Polizei auf die Spur der Schweizer Schülergruppe, die sich zum Tatzeitpunkt in einem Jugendgästehaus in der Münchner Innenstadt einquartiert hatte. Beamte ermittelten in der Unterkunft einen 15-jährigen und drei 16-jährige Tatverdächtige und nahmen sie fest. Sie sind zum Teil geständig. Am Donnerstag will der zuständige Staatsanwalt Haftbefehl wegen versuchten Mordes beantragen. Zwei weitere Schüler im Alter von 15 und 17 Jahren wurden festgenommen. Auch gegen sie wird ermittelt.

Laut Staatsanwalt Laurent Lafleur überraschten die Schüler den Mann mit ihrem Angriff. Es habe davor keinerlei Streit oder Gespräch gegeben, betonte er. Das Motiv sei offensichtlich "Spaß" gewesen. "Einer der Jugendlichen hat ausgesagt, dass sie einen 'Kick' gesucht haben", so Lafleur. Die Jugendlichen sollen zuvor Alkohol getrunken und teilweise Marihuana geraucht haben.

Die Gruppe bestand der Polizei zufolge aus sechs bis sieben Zürcher Schülern einer zehnten Klasse, die auf Abschlussfahrt in München waren. Es wird vermutet, dass die Jugendlichen unmittelbar vor beziehungsweise nach der Tat vier weitere Männer verprügelt haben. Den Ermittlungen zufolge war unter den weiteren Opfern ein bulgarischer Student, der ebenfalls niedergeschlagen wurde und Hämatome an Gesicht und Hals davontrug.

"Man kann sich das als eine Art Amoklauf vorstellen, zum Glück nicht mit Waffen", sagte Lafleur. Einer der Schüler habe ausgesagt, die Gruppe habe vorgehabt, "Leute wegzuklatschen". Bei den drei Hauptverdächtigen handelt es sich um zwei Schweizer Staatsbürger und einen Slowenen. Außerdem nahm die Polizei einen Portugiesen und einen Schweizer mit Migrationshintergrund fest. Sie alle gingen in Zürich zur Schule.

ala/AP/ddp

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