Montag, 23. November 2009

Panorama



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04.07.2009
 

Gekaperte "Hansa Stavanger"

Piraten misshandeln entführte Seeleute

Sie haben kein Wasser, kein Essen, keine Medikamente: Seit April halten somalische Piraten den deutschen Frachter "Hansa Stavanger" in ihrer Gewalt. Die Situation der Mannschaft wird nach Informationen des SPIEGEL immer schlimmer. "Wir können nicht mehr", schreibt der Kapitän in einer E-Mail.

Hamburg - Seit dem 4. April halten die Seeräuber vor dem Piratennest Harardere die 24 Seeleute in ihrer Gewalt. Zur Mannschaft gehören fünf Deutsche, darunter der Kapitän und der Nautische Offizier. Nach Informationen des SPIEGEL schildert der Kapitän in einer E-Mail die dramatische Lage an Bord.

Entführte "Hansa Stavanger": "Wir können nicht mehr"
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DPA

Entführte "Hansa Stavanger": "Wir können nicht mehr"

"Wir haben kein Wasser, kein Essen, keine Medikamente", berichtet der Schiffsführer. Die Mannschaft sei emotional und physisch am Ende. Die Piraten haben sämtliche Habseligkeiten der Seeleute geraubt, viele Besatzungsmitglieder seien krank. Einmal verklebten ihnen die Piraten die Augen, schossen knapp über ihre Köpfe hinweg. "Wir können nicht mehr", schließt der Kapitän.

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Die Lösegeldverhandlungen gestalten sich nach Informationen des SPIEGEL als schwierig, weil die Piraten immer wieder neue Forderungen stellten. Zuletzt war der Kontakt zwischen den Piraten und der Hamburger Reederei Leonhardt & Blumberg drei Wochen lang komplett abgebrochen. Seit Freitag wird wieder verhandelt.

Ein GSG-9-Kommando sollte die "Hansa Stavanger" zu Beginn der Geiselnahme stürmen - doch die Befreiungsaktion platzte. Nachdem die Piraten den Frachter 320 Seemeilen östlich von Mombasa kaperten, hatte der Krisenstab im Auswärtigen Amt eine gewaltsame Befreiung der Besatzung erwogen.

Ein Vorauskommando der GSG 9 war bereits unterwegs nach Kenia. Zu einem Einsatz kam es aber nicht - die fünf Piraten hatten das Schiff zu schnell zu ihrem Stützpunkt in der Bucht von Harardere (Somalia) gebracht.

Auch die deutsche Fregatte "Rheinland-Pfalz" kam nicht zum Zuge: Bis auf Sichtweite fuhr sie an die "Hansa Stavanger" heran, musste aber abdrehen, nachdem die Piraten gedroht hatten, die Besatzung des Frachters zu töten.

Die "Hansa Stavanger", ein 1997 erbautes Schiff mit einer Gesamttragefähigkeit von 21.000 Tonnen, war etwa 400 Seemeilen vor der Küste Somalias zwischen Kenia und den Seychellen geentert worden. Das Schiff war gerade auf dem Weg zu den Seychellen, wo es auftanken und dann weiter nach Daressalam in Tansania wollte.

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