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07.07.2009
 

Phantom-Fall

Polizei legt neue Standards für Wattestäbchen fest

Konsequenzen aus einer peinlichen Polizeipanne: Im Fall des sogenannten "Phantoms von Heilbronn" haben sich Experten auf neue Standards für Wattestäbchen und Handschuhe zur Spurensicherung geeinigt. Die Ermittler waren jahrelang einer falschen DNA-Spur nachgejagt.

Stuttgart - Demnach sollen DNA-Spuren nur noch mit Wattestäbchen eines Herstellers gesichert werden, dessen Produkte mit Ethylenoxid sterilisiert wurden, wie das baden-württembergische Innenministerium am Dienstag in Stuttgart mitteilte.

Nach derzeitigem Kenntnisstand sei dies die bestmögliche Methode, Verunreinigungen auszuschließen. Auch überprüfe man mit einem feinmaschigen Kontrollnetz regelmäßig die Qualität der Wattestäbchen mit sogenannten Leerprobenuntersuchungen.

Die Beschaffung erfolge in Baden-Württemberg nur noch zentral über das Logistikzentrum der Polizei. "Damit haben wir bis zum Vorliegen endgültiger bundesweiter Richtlinien eine optimale Lösung erreicht", sagte Landesinnenminister Heribert Rech.

Die Polizei war jahrelang in mehreren Bundesländern den DNA-Spuren einer vermeintlichen Serientäterin nachgegangen, die sich als Phantom entpuppt hatte. Die DNA war an 40 Tatorten gesichert worden. Die älteste Spur stammt von Mai 1993, als eine Rentnerin in Idar-Oberstein ermordet wurde. Dieselbe DNA-Spur wurde am Streifenwagen der Heilbronner Polizisten gefunden, auf die mindestens zwei Täter am 25. April 2007 schossen. Dabei starb eine 22-jährige Polizistin, ihr 24-jähriger Kollegen wurde schwer verletzt.

Am 27. März 2009 mussten Polizei und Staatsanwaltschaft einräumen, dass die DNA-Spur von einer Mitarbeiterin der Verpackungsfirma für die Wattestäbchen stammte. Daraufhin war bundesweit eine Debatte um die Beweiskraft von DNA-Spuren entstanden und zugleich eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe eingesetzt worden, die Standards prüfen soll, wie Verunreinigungen künftig vermieden werden können und falsche Spuren früher erkannt werden.

jdl/AP

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