Mexiko-Stadt - Ein Mann hatte sich am Mittwoch im Bundesstaat Michoacán telefonisch bei einem Lokalsender gemeldet und sich als Servando Gómez Martínez vorgestellt. Er sei eine neue Führungsfigur innerhalb des Kartells "La Familia" und wolle ein Angebot machen.
"Wir möchten, dass der Präsident der Republik, Felipe Calderón, weiß, dass wir nicht seine Feinde sind. Wir schätzen ihn sehr", hob der Mann an. Probleme gebe es lediglich mit der Bundespolizei und der Spezialabteilung der Staatsanwaltschaft für Ermittlungen im Bereich des organisierten Verbrechens, der SIEDO, erklärte er im Gespräch mit dem Journalisten Marcos Knapp in der Sendung "Voz y Solución".
"Was wir wollen ist Frieden und Ruhe. (...) Wir wollen zu einem Konsens kommen. Ich weiß nicht wie, aber wir müssen es schaffen", so Martínez weiter. Der Präsident solle sich nicht von Führern anderer Kartelle täuschen lassen, so die Warnung.
"Wir respektieren die mexikanische Armee zu 100 Prozent", tönte der Mann, dessen Kartell seit Ende der vergangenen Woche vor allem im Bundesstaat Michoacán mindestens 19 Polizisten und Soldaten getötet hat, nachdem einer der Anführer festgenommen worden war.
Allein in der berüchtigten Grenzstadt Ciudad Juárez wurden am Dienstag und Mittwoch zehn Leichen entdeckt, wie aus Justizkreisen verlautete. Darunter waren den Angaben zufolge auch drei Jugendliche, die während einer Autofahrt aus einem anderen Auto erschossen wurden. In der Stadt Chihuahua wurden zwei Polizisten in ihrem Fahrzeug getötet. Fünf weitere Morde wurden aus anderen Orten des gleichnamigen Bundesstaates an der Grenze zu den USA gemeldet, der besonders stark von den Kämpfen zwischen rivalisierenden Drogenbanden betroffen ist.
Innenminister Fernando Gómez Mont schloss am Abend Verhandlungen mit dem Drogenkartell aus. Vor der Presse sagte er: "Die Regierung von Mexiko führt keinen Dialog, macht keinen Pakt und wird niemals mit kriminellen Organisationen verhandeln." Die Regierung werde ihren Kampf gegen die Organisierte Kriminalität entschieden fortsetzen.
Seit 2006 führt die Regierung von Präsident Felipe Calderón mit mehr als 36.000 Polizisten und Soldaten eine Offensive gegen die Drogenkartelle im Land, die um die Kontrolle über die lukrativen Drogen-Schmuggelrouten in die USA kämpfen. Allein seit vergangenem Jahr wurden in dem Drogenkrieg mehr als 7700 Menschen getötet.
ala/dpa/AFP
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