München - Trauerarbeit und Beileidsbekundung: Die Eltern des Amokläufers von Winnenden Tim K. haben sich in persönlichen Briefen an die Familien der 15 Todesopfer und der zwei schwer verletzten Polizeibeamten gewandt, berichtet "Focus". Das Ehepaar K. drückt in dem einseitigen Schreiben den Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl aus und schildert die eigene Verzweiflung und Ratlosigkeit. Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht an die Folgen der Bluttat vom 11. März und an die Opfer dächten.
Nach dem Amoklauf: Es vergehe kein Tag, an dem sie nicht an den 11. März und an die Opfer dächten
Was ihr Sohn angerichtet habe, tue ihnen aus tiefstem Herzen leid und "zerreiße" sie, schrieben die Eltern. Sie würden den Hinterbliebenen gern Antwort geben, doch sie wüssten nicht, wie ihr Sohn zu dieser Tat fähig gewesen sei.
Die Last des Verbrechens werde sie ein Leben lang begleiten. Sie wüssten, dass sie die Familien der Opfer auf Grund der Schwere der Tat nicht um Vergebung bitten könnten. Dennoch seien sie bereit, mit den Hinterbliebenen in Kontakt zu kommen, sofern diese es wünschten.
Der Brief wurde "Focus" zufolge in der vergangenen Woche abgeschickt. Nach dem Amoklauf hatten die Eltern des Täters Morddrohungen erhalten.
Am 11. März hatte ihr 17 Jahre alter Sohn an seiner früheren Schule in Winnenden (Baden-Württemberg) acht Schülerinnen, einen Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Anschließend tötete der Amokläufer drei Menschen auf seiner Flucht nach Wendlingen, wo er sich auf einem Parkplatz selbst erschoss.
jjc/dpa/ddp
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