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03.08.2009
 

Jordanien

Rechtsgelehrte verbieten Jungfern-Test

Klares Votum gegen eine mittelalterliche Sitte: Ein Spitzengremium islamischer Rechtsgelehrter hat in Jordanien Jungfräulichkeitstests an Frauen verboten. Bislang wurden jährlich mehr als tausend Bräute untersucht.

Amman - Die Untersuchung des Jungfernhäutchens vor der Hochzeit sei unstatthaft, weil "männliche und weibliche Geschlechtsorgane nur dann entblößt werden dürfen, wenn dies unbedingt notwendig ist", befanden die Kleriker, wie jordanische Zeitungen am Montag berichteten. Allein im letzten Jahr wurden in Jordanien 1200 Bräute - meist auf Drängen ihres Bräutigams oder dessen Familie - auf ihr keusches Vorleben medizinisch untersucht.

Die steigende Zahl dieser Tests veranlasste die Rechtsgelehrten vom Rat für Gutachten und Islamische Studien zu ihrem Verdikt. Als einzige Ausnahme ließen sie gelten, dass Gerichte und Justizbehörden in Fällen von Rechtsstreitigkeiten einen Jungfräulichkeitstest anordnen. Nach den Vorschriften des Islam, der in Jordanien Staatsreligion ist, ist Sex vor - oder außerhalb - der Ehe verboten.

jdl/dpa

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