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06.08.2009
 

Foto-Fahndung

Ermittler erhalten 25 Hinweise auf Kinderschänder

Der Druck auf "Christoph" nimmt zu: Bei den Ermittlern sind schon 25 Hinweise auf den Pädophilen eingegangen - das BKA sucht ihn mit Videos und Stimmproben. Besonders markant: Im Wohnzimmer des Kinderschänders soll eine lebensgroße Clownsfigur stehen.

Wiesbaden - Jedem der insgesamt 25 Hinweise wird nun intensiv nachgegangen, wie eine Sprecherin des Bundeskriminalamts (BKA) sagte. Nach Angaben der Behörde ist der unbekannte Mann auf 42 Videos bei schwersten sexuellen Missbrauchshandlungen an Jungen im Alter zwischen fünf und sieben Jahren zu sehen.

Dem Tatverdächtigen wird mehrfacher sexueller Kindesmissbrauch sowie die Herstellung und Verbreitung von kinderpornografischen Filmen im Internet vorgeworfen. Da der Mann zunächst nicht identifiziert werden konnte, wurde auf Antrag der Staatsanwaltschaft Gießen die Fahndung am Mittwochabend erstmals in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen xy... ungelöst" veröffentlicht.

Die Ermittler gehen laut BKA davon aus, dass der Mann die Videos vor allem im Jahr 2006 aufnahm und verbreitete. Demnach wären die Opfer heute etwa acht bis zehn Jahre alt. Zwei von ihnen werden in den Filmen namentlich angesprochen. "Das BKA schließt den fortgesetzten und noch andauernden Missbrauch auch weiterer Kinder" durch denselben Täter nicht aus, teilte die Behörde mit.

Der Tatverdächtige ist in einigen Sequenzen der Filme deutlich zu sehen und zu hören: Der Mann ist demnach zwischen 35 und 45 Jahre alt, zwischen 1,75 und 1,85 Meter groß und hat dunkelblondes, kurzes Haar mit Geheimratsecken. In einem Video wird er den Angaben zufolge "Christoph" genannt.

Lebensgroße Clownfigur im Wohnzimmer

Neben Hinweisen auf den Verdächtigen erhofft sich das BKA Informationen zu den drei Räumen, in denen die Missbrauchsvideos aufgezeichnet wurden. Auffallend ist eine "lebensgroße, dreidimensionale Clownfigur" im Wohnzimmer. Ein anderes Zimmer ist mit einer Dinosaurier-Tapete tapeziert. In einem dritten Raum hängen präparierte Hirschköpfe an der Wand, ein Modellsegelschiff steht im Wandregal. Ob sich die Zimmer in derselben Wohnung befinden, sei unklar, teilte das BKA mit. Für Hinweise zur Ermittlung des Täters ist eine Belohnung von 5000 Euro ausgesetzt.

Der Gießener Oberstaatsanwalt Reinhard Hübner sagte, die Hinweise würden abgearbeitet. Er machte keine weiteren Angaben zu den Anrufen, um den Täter nicht vorzuwarnen. Die Ermittler bekamen demnach 40 der 42 Videos von einem Zeitungsjournalisten zugespielt, zwei Aufnahmen wurden auf einem Computer nach einer Durchsuchung gefunden. Laut Hübner wurden die Filme offensichtlich von Norwegen aus ins Netz gestellt und in geschlossenen Netzwerken verbreitet.

Im Herbst 2007 hatten die Behörden einen kanadischen Kinderschänder gefasst, der rund 200 Bilder seiner Taten ins Internet gestellt hatte. Das BKA hatte das auf den Fotos digital verfälschte Gesicht des Mannes rekonstruiert. Ein Gericht in Bangkok verurteilte Christopher N. schließlich zu mehr als drei Jahren Haft.

jdl/AFP/AP

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