Kuala Lumpur - Kartika Sari Dewi Shukarno war 2007 bei einer Razzia in einer Hotelbar in Malaysia mit einem Bier erwischt worden. Ein islamisches Gericht verurteilte die 32-Jährige im Juli zu sechs Stockschlägen und einer Geldstrafe von 5000 Ringgit (rund 940 Euro), nachdem sie die Tat zugegeben hatte.
Die Strafe gegen Kartika Sari Dewi Shukarno sollte eigentlich am Montag vollstreckt werden, wurde aber überraschend aufgeschoben: Sie wird die Schläge nach dem Fastenmonat Ramadan erhalten, wie die malaysische Religionsbehörde erklärte.
"Das Urteil ist nicht aufgehoben worden", betonte der für Religionsangelegenheiten zuständige Abgeordnete Mohamad Sahfri Abdul Aziz. Die Generalstaatsanwaltschaft habe die Bestrafung aus Gründen des Mitgefühls bis nach dem Ende des Ramadans verschoben. Es sei "nicht ratsam, sie während des Fastenmonats der Bestrafung zu unterziehen", teilte die Religionsbehörde weiter mit. Die Mutter zwei Kinder sei deshalb vorübergehend auf freien Fuß gesetzt worden.
Polizisten hatten die 32-Jährige am Montag zu Hause in der Nähe von Karai im nordmalaysischen Staat Perak abgeholt, um sie zur Vollstreckung in ein Frauengefängnis in der vier Autostunden entfernten Hauptstadt Kuala Lumpur zu fahren. Kartika verabschiedete sich mit einem Kuss von ihrer fünfjährigen Tochter, ehe sie in Begleitung ihrer Schwester in das Polizeifahrzeug stieg. Wenig später wurde sie aber wieder zurückgebracht. Die Schwester erklärte anschließend, Kartika sei wegen der unerwarteten Verzögerung sehr gestresst.
Kartika lehnt Gnadenappell von Amnesty International ab
Kartika Sari Dewi Shukarno ist die erste Frau, die in Malaysia zu Stockschlägen verurteilt wurde. Der Konsum von Alkohol ist Muslimen in dem südostasiatischen Land verboten. Wer ertappt wird, kommt aber meist mit einer Geldstrafe davon.
Für die Bestrafung der 32-Jährigen soll der Staatsanwaltschaft zufolge aber ein leichterer Rattanstock als bei Männern zur Anwendung kommen. Außerdem soll die Verurteilte dabei bekleidet bleiben. Ziel sei es, die Verurteilte mehr "zu erziehen", als sie zu bestrafen.
Amnesty International hatte noch am Freitag einen Appell an die Behörden gerichtet, von den Stockhieben abzusehen. Kartika wies diese Intervention jedoch zurück und erklärte, sie akzeptiere die Strafe, weil sie das Gesetz respektieren wolle.
Der Ramadan hat in Malaysia wie in den meisten muslimischen Ländern am vergangenen Samstag begonnen.
siu/AP/dpa
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