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19.09.2009
 

Amokläufer von Ansbach

Ermittler finden Gedichte, Gewaltvideos und ein Testament

Ansbach: Amoklauf am Carolinum
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DDP

Der 18-jährige Georg R. ging offenbar davon aus, bei seinem Amoklauf selbst getötet zu werden: Der junge Mann, der vergangenen Donnerstag im fränkischen Ansbach das Gymnasium Carolinum stürmte, hinterließ nach SPIEGEL-Informationen zu Hause entsprechende Dokumente.

Hamburg - Auf anderthalb eng beschriebenen Seiten im DIN-A4-Format erklärt der Schüler mit kantiger Handschrift nach SPIEGEL-Informationen, was nach seinem Tod mit seinem Leichnam und seinen Besitztümern geschehen soll. Unter anderem gibt er an, für wen seine selbst verfassten Gedichte und Geschichten bestimmt seien.

Die erste Seite trägt das Datum "11.9.2009", die zweite das Datum "9/11/2009". Laut den Ermittlern enthalten die Blätter jedoch keinen Hinweis auf die Tat oder einen geplanten Suizid: "Es ist ein Testament im klassischen Sinne."

In seinem Zimmer fand die Polizei auch einen linierten Schülerkalender im DIN-A5-Format, in dem Georg R. für den "17.9." die Worte "Apocalypse Today" eingetragen hat; zudem stellten die Beamten einen PC und einen Laptop sicher sowie eine Menge DVDs und CDs, darunter Gewaltvideos.

Die Auswertung der Festplatten war am vergangenen Freitag noch nicht abgeschlossen.

Georg R. befand sich in psychotherapeutischer Behandlung bei einem Psychologen, der in Ansbach praktiziert. Den angehenden Abiturienten plagten wohl Konzentrations- und Wahrnehmungsstörungen. Zudem gehen die Ermittler Hinweisen nach, dass er in den Tagen vor der Tat Medikamente eingenommen habe.

Bessere Schulung von Lehrern gefordert

Die Tat des Einzelgängers R. hat die Diskussion über Präventionsmaßnahmen neu entfacht. Viele der Anregungen - von festangestellten Psychologen an jeder Schule bis zu besseren Türsicherungen - seien zwar sinnvoll, meint Jens Hoffmann vom Institut Psychologie und Bedrohungsmanagement in Darmstadt, die entscheidende Frage sei aber: "Haben Schulen ausgebildete Krisenteams?"

Um die Warnsignale zu erkennen, die es vor jedem Amoklauf gebe, müssten Lehrer geschult und mit Polizei und Psychologen vernetzt werden. Oft würden die Warnsignale nicht ernst genommen oder es sei nicht klar, an wen man sie weitergeben solle.

Der Bielefelder Gewaltforscher Wilhelm Heitmeyer warnt hingegen davor, eine Liste mit Risikofaktoren aufzustellen: "Die Folgekosten für das soziale Zusammenleben sind immens." Alle Amokläufer litten unter Anerkennungsverlusten, deshalb müsste sich an den Schulen "eine neue Anerkennungskultur entwickeln".

Es dürfe nicht nur auf die Leistungen in Mathematik oder Deutsch ankommen, es müssten auch andere Präsentationsmöglichkeiten gegeben sein. Die Schule solle die Persönlichkeitsentwicklung fördern, nicht zerstören. "Gewaltexplosionen finden wir vor allem an weiterführenden Schulen", sagt Heitmeyer, hinter diesem Phänomen stecke vermutlich ein strukturelles Problem.

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29.10.2009 von Thomas Müntzer:

Natürlich mussen auch die kranken Seelen geheilt werden. Meine am besten gleich mit. Und die meiner Nachbarn auch. mehr...

29.10.2009 von Eberschmidt:

Das letzte stimmt auf jeden Fall. Leider löst das aber nicht alle Probleme. Ich spreche aus Erfahrung. mehr...

29.10.2009 von Thomas Müntzer:

Ohne den Kapitalismus, der Billigarbeiter brauchte, wären die alle gar nicht hier. Und die jetzigen Niedriglöhne und Lebensumstände sind ausser liebloser Erziehung verantwortlich für die Bedingungen und die dunkle Stimmung, [...] mehr...

29.10.2009 von onecomment:

Definitiv nicht, zumindest nicht bei bei Judengewalt. Meist sind diese Auseinandersetzungen und Übergriffe Affekthandlungen die auch mit Kameraüberwachung stattfinden. Ein gutes Beispiel ist die Kameraüberwachung auf St.Pauli [...] mehr...

28.10.2009 von sitiwati: noch mal

was zum Löschen, der Beitrag ist vollkommen falsch, aber der Forumsbetreiber scheint der gleichen Meinung zu sein und löscht deshalb meine Antwort, egal, der Beitrag ist eben verkehrt, und das sag ich Ihnen als Deutscher mit 3 [...] mehr...

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Die verheerendsten Amokläufe

Amok

Der Begriff Amok kommt von dem malaysischen Wort "amuk" und bedeutet so viel wie "wütend" oder "rasend". Mehr auf der Themenseite...

17. September 2009: Ansbach

3. April 2009: Binghamton, USA

11. März 2009: Winnenden

10. März 2009: Alabama, USA

23. Januar 2009: Dendermonde, Belgien

23. September 2008: Kauhajoki, Finnland

7. November 2007: Jokela, Finnland

16. April 2007: Virginia, USA

12. Februar 2007: Amokläufe in Salt Lake City und Philadelphia, USA

20. November 2006: Emsdetten

2. Oktober 2006: Pennsylvania, USA

21. März 2005: Red Lake/Minnesota, USA

26. April 2002: Erfurt

27. März 2002: Nanterre, Frankreich

26. September 2001: Zug, Schweiz

8. Juni 2001: Osaka, Japan

20. April 1999: Littleton/Colorado, USA

24. März 1998: Jonesboro/Arkansas, USA

22. Mai 1997: Brasilien

28./29. April 1996: Tasmanien

13. März 1996: Dunblane, Schottland

23./24. September 1995: Toulon, Frankreich

16. Oktober 1991: Killeen/Texas, USA

Dezember 1989: Montréal , Kanada

18. Juli 1984: Kalifornien, USA

1. August 1966: Universität von Texas, USA

11. Juni 1964: Volkhoven bei Köln




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