Magdeburg - Es war ein ganz normaler Sonntag im August 1995, als Heike Rimbach abends zu Bett ging. Zumindest erschien es den Eltern Maria und Karl-Heinz und den Brüdern Martin und Rainer so. Ihr beschauliches Leben im 1500-Seelen-Dorf Lüttgenrode in Sachsen-Anhalt schien unerschütterlich. Doch lebend sahen sie ihre 19-jährige Tochter und Schwester nie wieder.
Vater Karl-Heinz fand Heike am nächsten Morgen auf dem Dachboden des Rimbachschen Hauses. Sie war blutüberströmt, hatte schwere Verletzungen am Kopf und mehrere Einstichwunden. Der Täter musste die Umgebung und das Haus gut gekannt haben, vermutete die Polizei damals. "Mit Ausnahme von mir wurde jeder in unserer Familie verdächtigt, Heike getötet zu haben", klagte Mutter Maria Rimbach zwei Jahre später gegenüber der "Bild am Sonntag". "Dagegen wurden Alibis von anderen Verdächtigen nicht überprüft, Spuren nur schlampig gesichert."
Tatsächlich tappten die Ermittler 14 Jahre lang im Dunkeln - jetzt haben sie den Täter möglicherweise gefasst. Die Polizei verhaftete am Freitag den heute 34-jährigen Ex-Freund der Getöteten im niedersächsischen Bad Harzburg, wie die Staatsanwaltschaft Magdeburg und die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord am Samstag mitteilten.
Erfolgreiche Fahndung durch DNA-Analyse?
Der Mann wird demnach dringend der Tat verdächtigt. Wie die "Goslarsche Zeitung" berichtet, soll sich Heike Rimbach nur wenige Wochen vor der Tat von ihm getrennt haben. Allerdings habe er damals von einem Bekannten ein Alibi bekommen, weshalb der nicht mehr im Mittelpunkt der Ermittlungen gestanden habe.
Nun kam die Polizei dem Mann vermutlich durch neue DNA-Analysen auf die Spur. Möglicherweise hat auch der Blog von Mutter Maria Rimbach ("Warum nur warum"), die all die Jahre weiter für die Aufklärung des Falls gekämpft hatte, eine Rolle gespielt. Der "Bild am Sonntag" hatte sie 1997 gesagt: "Ich kann seit dem Mord nicht mehr arbeiten. Ich lebe nur noch für ein Ziel: den Mörder meines Kindes zu fassen und ihn zu fragen, warum er das getan hat."
Bei seiner Vernehmung durch den Haftrichter äußerte sich der Tatverdächtige zunächst nicht zu den Vorwürfen.
hei/AFP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Justiz | RSS |
| alles zum Thema DNA-Tests | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH