Nürnberg - Das Amtsgericht Regensburg hat gegen den Holocaust-Leugner und Traditionalistenbischof Richard Williamson Strafbefehl wegen Volksverhetzung erlassen. Der Strafbefehl sei noch nicht rechtskräftig, sagte ein Justizsprecher in Nürnberg, Williamson könne dagegen innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen.
Sollte der Bischof den Strafbefehl nicht akzeptieren, würde es zu einer mündlichen Verhandlung kommen. Da es noch ein schwebendes Verfahren sei, äußerte sich der Justizsprecher nicht konkret zur Höhe des Strafbefehls.
Der deutsche Anwalt des britischen Bischofs, Matthias Loßmann, bestätigte dem "Tagesspiegel", dass der Strafbefehl am Montag eingegangen sei. Gegen Williamson sei eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu 100 Euro verhängt worden. Dem Bericht zufolge plant der Bischof offenbar, sich zur Wehr zu setzen. "Da sind einige Dinge, die man so nicht stehen lassen kann", sagte Loßmann.
Williamson hatte vor einem Jahr am Rande einer Diakonweihe im Priesterseminar der Piusbrüder im oberpfälzischen Zaitzkofen einem schwedischen Fernsehteam ein Interview gegeben, in dem er den Holocaust leugnete. Der Bischof behauptete, die historische Evidenz spreche gegen die Existenz von Gaskammern zur NS-Zeit. Auch seien nicht sechs Millionen Juden, sondern 200.000 bis 300.000 von den Nazis ermordet worden.
In Rom haben inzwischen Gespräche zwischen dem Vatikan und den erzkonservativen Piusbrüdern begonnen. Sie hätten, so hieß es seitens der katholischen Kirche, in einer "herzlichen, respektvollen und konstruktiven Atmosphäre" stattgefunden.
"Endlich hat man mit der Diskussion doktrineller Fragen an einem dafür angemessenen Ort begonnen", sagte der Pressechef Padre Federico Lombardi, "damit ist eine neue Phase in den Beziehungen angebrochen." Es seien die wichtigsten Themen der folgenden Zusammenkünfte festgelegt worden. Die Treffen sollen voraussichtlich im Zwei-Monats-Rhythmus weitergeführt werden.
In den kommenden Monaten stünden unter anderem Fragen der Kirchentradition, die Auslegung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965) sowie die Einheit der Kirche auf der Tagesordnung. Die Konsultationen finden hinter verschlossenen Türen statt. Kernfragen sind die Religionsfreiheit, die Öffnung der Kirche gegenüber den Juden sowie die "volle Gemeinschaft mit dem Papst". Beobachter meinen, die Gespräche könnten Jahre andauern.
Die Bruderschaft wurde 1969 vom ultrakonservativen Erzbischof Marcel Lefebvre gegründet. 1988 exkommunizierte Papst Johannes Paul II. Lefebvre und vier von ihm ohne päpstliche Zustimmung geweihte Bischöfe.
Papst Benedikt XVI., der zwei Jahrzehnte die Glaubenskongregation leitete, kam den Traditionalisten 2007 mit einer Lockerung der Vorschriften zur alten lateinischen Messe entgegen. Anfang des Jahres hob er die Exkommunikation der vier von Lefebvre geweihten Bischöfe auf.
Der Vatikan wusste nach eigenen Angaben bei Bekanntgabe der Aufhebung der Exkommunikation nichts von den Äußerungen Williamsons, die fast gleichzeitig über ein Interview des schwedischen Fernsehens bekanntwurden.
Mit der Aufhebung der Exkommunikation der Pius-Bischöfe gehe es aber nicht um Williamsons Standpunkte, sondern um die Überwindung eines Schismas der Kirche. Williamson trug der Vatikan auf, sich "absolut und unzweideutig" von seinen Holocaust-Äußerungen zu distanzieren. Williamson hat sich dafür entschuldigt, damit einen Skandal ausgelöst zu haben.
Widerrufen hat er seine Äußerungen nicht.
pad/ddp/dpa
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also meissner ist jenseits alles guten. den kann doch wirklich keiner mehr ernst nehmen. er selbst ist näher am menschen- und weltbild der nazi clicke als jeder biologe. ich bin mir sicher ein meissner würde williamson heilig [...] mehr...
...genau, und dann gibts noch den Meisner, der Menschenfreunde wie Dawkins zu Nazis macht. Dabei folgt eher Dawkins dem Jesus als der greise Kardinal, der im Grunde den Jesus zum Nazi erklärt. mehr...
_Sicher_ - im wissenschaftlich-historischen Sinne, auf den Ihr Atheisten doch sonst so viel Wert legt - ist einzig und allein, dass _Hudal_ mit einigen Kompetenzen ausgestattet wurde und was er damit tat. Alles andere ist [...] mehr...
Die lateinische Messe wurde längst wieder als "außerordentlicher Ritus" für diejenigen, die das wünschen, eingeführt (schon lange vor dem Williamson-Eklat). Es war einfach ein Fehler, sie völlig abzuschaffen. Dieser [...] mehr...
Solange die RKK einen Kardinal Meisner in ihren Reihen zählt, ist es mir um das Seelenheil der Piusbrüder einschliesslich des Herrn W. nicht bange. ;-) http://www.netzeitung.de/politik/deutschland/1506599.html Apropos: [...] mehr...
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