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06.11.2009
 

Frankreich

Fast elf Millionen Euro aus Geldtransporter geraubt

Millionencoup im französischen Lyon: Aus einem Geldtransporter sind knapp elf Millionen Euro erbeutet worden. Von dem Fahrer des Wagens fehlt jegliche Spur.

Lyon - Der Angestellte verschwand mitsamt Geldtransporter, während seine beiden Kollegen einen kurzen Halt machten, wie die Staatsanwaltschaft Lyon am Donnerstagabend mitteilte. Das Fahrzeug wurde zweieinhalb Stunden später gefunden, von dem Fahrer und dem Geld fehlte jede Spur.

Die drei Geldboten des schwedischen Unternehmens Loomis hatten laut Staatsanwalt Xavier Richaud knapp elf Millionen Euro von der Banque de France abgeholt und hielten im Anschluss kurz bei ihrer Firma, wo zwei Geldboten Organisatorisches zu erledigen hatten. Als sie zurückkamen, waren ihr Kollege und das Fahrzeug weg. Das Telefon und das Satellitenortungssystem des Wagens blieben ausgeschaltet.

Die Wohnung des Mannes sei fast leer gewesen, "als ob er seine Flucht vorbereitet hätte", sagte ein Staatsanwalt. Der 39-Jährige habe sogar seinen Kühlschrank ausgeräumt und das Bett abgezogen. Seine Papiere habe er mitgenommen, seine Konten waren leer.

Der Mann habe seit rund zehn Jahren für das Unternehmen gearbeitet und sei nie aufgefallen. Er sei ledig und habe keine Kinder, zu seiner Familie habe er seit längerem keinen Kontakt mehr. Bekannte beschrieben ihn gegenüber der Regionalzeitung "Le Progrès" als schweigsam.

Gewerkschaftsvertreter in Lyon sagten, ein derartiger Raub könne sich nur ereignen, wenn die Sicherheitsvorschriften missachtet würden - bei einem Dreierteam müsse ein Mann den Transport sichern, wenn einer aussteige, und einer im Wagen bleiben. Dass zwei Mitarbeiter ihren Papierkram erledigten, während einer allein im Fahrzeug bleibe, sei nicht normal. Außerdem dürfe nur eine bestimmte Summe pro Fahrt transportiert werden, mit knapp elf Millionen sei dieser Betrag überschritten gewesen.

Die Polizei suchte auf Hochtouren nach dem verschwundenen Fahrer. Auf eventuelle Mittäter deute nichts hin, sagte der Staatsanwalt. Die Fahnder suchten vor allem in der Region, in der der leere Wagen gefunden wurde - "man muss die 37 oder 38 Geldsäcke transportieren, das fällt ja auf".

jdl/AFP

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