Lyon - Die Großfahndung läuft - Sicherheitsbehörden an Flughäfen und Grenzübergängen im ganzen Schengen-Raum sind alarmiert. Aber bisher ohne Erfolg. Auch nach drei Tagen gibt es keine Spur von dem französischen Geldtransporter-Fahrer und seiner Beute: rund elf Millionen Euro.
Der 39-Jährige fuhr am Donnerstag in Lyon mit der hohen Summe im Wagen einfach davon, als seine zwei Kollegen Geld aus einer weiteren Bank holen sollten. Der mutmaßliche Täter Tony M. sollte eigentlich am Steuer warten. Erst Stunden später wurde der Transporter an einem abgelegenen Ort nahe Bahngleisen gefunden.
M. arbeitete zehn Jahre lang ohne Beanstandung für das Geldtransportunternehmen Loomis France, wie die Firma am Freitag mitteilte. Tat und Flucht bereitete der Verdächtige nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft in Lyon detailliert vor. Die Polizei habe bei einer Hausdurchsuchung eine leere Wohnung vorgefunden - das Bett sei abgezogen gewesen, und selbst der Kühlschrank sei geräumt gewesen, sagte Staatsanwalt Xavier Richard. Vor der Flucht habe der alleinstehende und kinderlose Mann zudem alles Geld von seinen Konten abgehoben. Komplizen habe er offenbar nicht gehabt.
Gewerkschaftsvertreter sagten, ein derartiger Raub könne sich nur ereignen, wenn die Sicherheitsvorschriften missachtet würden - bei einem Dreierteam müsse ein Mann den Transport sichern, wenn einer aussteige, und einer im Wagen bleiben. Dass zwei Mitarbeiter ihren Papierkram erledigten, während einer allein im Fahrzeug bleibe, sei nicht normal. Außerdem dürfe nur eine bestimmte Summe pro Fahrt transportiert werden, mit knapp elf Millionen sei dieser Betrag überschritten gewesen.
Loomis ist die Nummer eins in der französischen Geldtransportbranche. Diese kündigte eine Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen an. Bei dem gestohlenen Geld handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um neue Scheine, deren Nummern nicht registriert waren. Dies könnte es dem Täter erleichtern, das Geld unbemerkt in Umlauf zu bringen. Da bei dem Diebstahl keine Gewalt angewendet wurde, drohen dem Verdächtigen im Falle einer Verurteilung lediglich drei Jahre Haft.
flo/AP
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