Düsseldorf - Ein Vater soll seine drei Monate alte Tochter so stark geschüttelt haben, dass sie an einer Gehirnverletzung gestorben ist. Gegen den 29-Jährigen wurde Haftbefehl wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge erlassen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Sonntag in Düsseldorf mitteilten. Der Mann sitze in Untersuchungshaft.
Zu der tödlichen Misshandlung war es am Donnerstag gekommen. Der Vater war nach Angaben der Ermittler zu Hause mit dem Baby und dem zweijährigen Sohn seiner Lebensgefährtin, während diese bei der Arbeit war. In der Mittagszeit rief der Mann einen Notarzt. Dieser leitete bei dem bewusstlosen Baby Wiederbelebungsmaßnahmen ein, die in der Uniklinik fortgesetzt wurden. Doch die Rettung kam zu spät: Um 17.45 Uhr wurde der Tod des Mädchens festgestellt.
Der Vater räumte ein, die Kleine geschüttelt zu haben, betonte aber, sie sei da bereits bewusstlos gewesen. Die Ermittler glauben ihm dies nicht. Vor sechs Wochen habe er das Baby schon einmal bewusstlos in die Uniklinik gebracht, berichteten sie. Damals habe die Untersuchung keine Ursache für die Bewusstlosigkeit ergeben. Die Polizei hält es für wahrscheinlich, dass diese von einem Schütteltrauma ausgelöst worden war. Der Vater hätte demnach wissen müssen, dass schütteln für das Kind gefährlich ist.
Das Baby wies äußerlich keine Spuren von Misshandlungen auf, wie die Kripo weiter berichtete. Der Vater sei nicht einschlägig vorbestraft, aber wegen kleinerer Delikte registriert.
siu/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Panorama | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Justiz | RSS |
| alles zum Thema Kindesmisshandlung | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH