Von Julia Jüttner
Hamburg - Mit dem Fund einer Frauenleiche am Samstag bestätigten sich die Vermutungen der Ermittler: "Zu 99,9 Prozent handelt es sich bei der Toten um die vermisste Figen Capkan", sagte Karl Kärchner vom Polizeipräsidium Südhessen SPIEGEL ONLINE. Das offizielle Obduktionsergebnis werde die Identität der Toten in den nächsten Tagen mit letzter Sicherheit klären.
Eine Freundin hatte die 37-jährige Türkin am 21. Oktober vermisst gemeldet. Am Samstag wurde in einem Wald bei Saulheim in Rheinhessen der geschundene Leichnam gefunden - knapp eine Stunde entfernt von Groß-Umstadt, wo Figen Capkan mit ihrem Mann und den beiden Kindern lebte. Die Leiche war im Erdboden vergraben.
Ob es einen entscheidenden Tipp gegeben habe oder die Leiche im Rahmen der aufwendigen Suchmaßnahmen entdeckt wurde, wollte die Polizei nicht bekanntgeben. Der Hinweis auf das Versteck der Leiche in einem Wäldchen bei Saulheim war laut Kärchner "eine von mehreren Spuren".
Bei der Obduktion seien zahlreiche Verletzungen aufgrund "sehr heftiger Gewalteinwirkungen und multiple Verletzungen" entdeckt worden, erklärte Kärchner. "Die Frau wurde massiv misshandelt." Nähere Einzelheiten zu dem Untersuchungsergebnis wollten die Fahnder zunächst nicht bekanntgeben, weil es "bei den Details auch um Täterwissen" gehe. Für die Ermittler steht fest: Die dreifache Mutter, die mit 17 Jahren nach Deutschland gekommen war, um einen Landsmann zu heiraten, wurde getötet.
Gegen Figen Capkans Ehemann läuft ein Verfahren wegen Körperverletzung
Figen Capkan soll nach Angaben von Bekannten am Tag ihres Verschwindens eine heftige Auseinandersetzung mit ihrem 42 Jahre alten Ehemann gehabt haben. Zunächst hatte sich der Tatverdächtige in die Türkei abgesetzt. Dann wurde der mit einem internationalen Haftbefehl Gesuchte in Georgien festgenommen. Dort wurde der Mann, der sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, in Auslieferungshaft genommen.
Der Ehemann wird verdächtigt, in das Verschwinden seiner Frau verstrickt zu sein, zumal er ebenfalls seit dem 17. Oktober verschwunden war. Hinweise aus der Wohnung des Paares deuten den Angaben zufolge auf eine überstürzte Abreise hin. Schon in Erlangen, wo die Eheleute bis zu ihrem Umzug vor kurzem lebten, soll es in der Vergangenheit zu Körperverletzungen gekommen sein. Ein Verfahren ist dort noch anhängig.
Figen Capkans Kinder - zwei Mädchen im Alter von sieben und 15 Jahren sowie ein 19-jähriger Junge - sind nach Angaben Kärchners "an einem sicheren Ort in Deutschland untergebracht". Auskunft zu deren Aussagen wollen die Ermittler ebenso wenig geben wie dazu, wo sich die Kinder in den Tagen nach dem Verschwinden ihrer Mutter aufgehalten haben.
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