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09.11.2009
 

Todesstrafe

Heckenschütze von Washington wird hingerichtet

Willkürlich erschoss John Allen Muhammad mit seinem minderjährigen Ziehsohn zehn Menschen, nun soll der Kriegsveteran am Dienstag hingerichtet werden. Er stelle eine "anhaltende ernsthafte Gefahr für die Gesellschaft" dar, wenn er am Leben bleibe, hatte ein Richter erklärt.

Washington - Sieben Jahre nachdem er als "Heckenschütze von Washington" für Angst und Schrecken gesorgt hat, soll John Allen Muhammad am Dienstag hingerichtet werden. Der Todeskandidat hatte im Oktober 2002 in der Region rund um die US-Hauptstadt gemeinsam mit einem Komplizen in einer Serie von Attentaten willkürlich zehn Menschen aus dem Hinterhalt erschossen.

Drei Wochen lang terrorisierten Muhammad und sein damals minderjähriger Ziehsohn Lee Boyd Malvo die Einwohner Washingtons und der umliegenden Gemeinden in Virginia und Maryland. Willkürlich und zu den unterschiedlichsten Tageszeiten schossen sie an Tankstellen und Parkplätzen gezielt auf Passanten. Die Menschen der Region lebten jeden Tag mit der Angst, das nächste Opfer zu sein. Der blutige Albtraum endete am 24. Oktober 2002, als die beiden auf einem Autobahnrastplatz nördlich von Washington festgenommen wurden.

Während Malvo lebenslang hinter Gitter musste, verurteilte ein US-Gericht in Virginia den Haupttäter Muhammad zum Tode. Muhammad stelle eine "anhaltende ernsthafte Gefahr für die Gesellschaft" dar, wenn er am Leben bleibe, erklärte Richter Leroy Millette im März 2004. Es gebe "keine vergleichbar schweren" Verbrechen in dem Bundesstaat.

Als Motiv für die Tat gab Malvo Muhammads Abscheu gegen die Vereinigten Staaten an. Sein früherer Komplize habe die USA wegen der "Sklaverei", ihrer "Heuchelei" und ihrer Außenpolitik gehasst. Muhammad, der als Golfkriegsveteran ein routinierter Schütze ist, war vor mehr als 20 Jahren zum Islam konvertiert. Da die beiden Schützen von den Behörden zehn Millionen Dollar zu erpressen versucht hatten, war auch Geldgier als möglicher Grund vermutet worden.

In der vergangenen Woche rief der inzwischen 48 Jahre alte Muhammad in einem letzten Appell das Oberste Gericht in den USA an, um seine Hinrichtung noch zu stoppen. Seine Anwälte argumentierten vor dem Supreme Court in Washington, dass ihrem Mandanten nicht genug Zeit zur restlosen Ausschöpfung aller Berufungsmittel eingeräumt worden sei. Zudem weisen sie auf Verfahrensfehler bei seiner Verurteilung hin. So sei nicht ausreichend berücksichtigt worden, dass Muhammad unter Paranoia und anderen mentalen Störungen gelitten habe.

Am Montag - Stunden vor der geplanten Hinrichtung - machte das Oberste Gericht den Weg zur Hinrichtung frei. Die Richter in Washington lehnten den Berufungsantrag des 48-Jährigen ab, der damit seine für Dienstag angesetzte Hinrichtung abwenden wollte. Der Berufungsweg war für Muhammad damit ausgeschöpft.

jjc/AFP

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