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14.11.2009
 

Amokläufe

309 Jahre Haft für den Machetenmörder

Christopher Erin Rogers (Archivbild von 2006): Morde und Mordversuche ohne jedes MotivZur Großansicht
AP

Christopher Erin Rogers (Archivbild von 2006): Morde und Mordversuche ohne jedes Motiv

Christopher Erin Rogers, ein Amokläufer, der als "Machetenmörder" Schlagzeilen machte, wurde zu 309 Jahren Haft verurteilt. Er wolle verhindern, dass dieser Mann jemals wieder freikommt, sagte sein Richter. Bis zum Schluss wurde nicht klar, ob Rogers ein Motiv hatte - oder brauchte.

Anchorage/Hamburg - Es ist die Ausnahme, dass ein Amokläufer seine Tat überlebt: Zu den perversen Ritualen dieser Gewaltexzesse gehört es meist, dass der Täter sich am Ende selbst richtet, wenn ihn die Polizei nicht erschießt. Tatmotive bleiben darum viel zu oft Gegenstand von Spekulationen. Doch bei Christopher Erin Rogers war vieles anders als in anderen Fällen.

Am frühen Morgen des 2. Dezember 2007 zerstückelte er erst seinen Vater mit einer Machete und verletzte dann dessen Lebensgefährtin schwer. Dann machte er sich auf nach Anchorage, Alaska, wo er am Vormittag den 27-jährigen Jason Wenger erschoss, dessen Auto er daraufhin stahl. Stunden später schoss er willkürlich auf eine 33-jährige Passantin und verletzte sie schwer. Am nächsten Morgen besorgte er sich abermals mit Gewalt ein neues Auto, der 43-jährige Besitzer blieb schwerverletzt am Boden.

Bald darauf klickten die Handschellen, schon am 4. Dezember stand Rogers vor dem Haftrichter.

Es folgte ein eineinhalbjähriger Prozess, an dessen Ende niemand viel mehr wusste als zum Auftakt: Vom ersten Tag an hatte Rogers bereitwillig über seine angeblichen Motive Auskunft gegeben. Seinen Vater, sagte er schon in der ersten Vernehmung aus, habe er ermordet, weil der ihn immer so mies behandelt habe, wie auch der Rest der Verwandtschaft. Alle hätten ihm das Gefühl gegeben, eine Null zu sein.

Irrsinnig zurechnungsfähig?

Alle anderen Taten, hatte Rogers ausgesagt, stünden damit aber nicht in Verbindung. Er habe einfach "noch ein paar Leute umbringen" wollen, weil "die Aliens" das von ihm verlangten.

Rogers, befanden Gutachter, ist voll zurechnungsfähig, die Aliens-Story vorgeschoben. "Bullshit", wie es einer der Ankläger beschrieb. Bis zum Urteilsspruch aber gelang es nicht, ein Motiv auszumachen, das man mit gesundem Menschenverstand als solches erkennen oder akzeptieren könnte - außer, dass der komplexbeladene Mensch Rogers pausenlos versuchte, möglichst viel Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Vor der Urteilsverkündung zwinkerte er den Fotografen zu, äußerte Unsinnigkeiten - wie in den eineinhalb Jahren davor. Der Prozess war eine Rogers-Show, mit einem mörderischen Star im Mittelpunkt.

Der Mord an Wenger und die Attacken auf die Opfer, die er verletzte, hieß es am Freitag in der Urteilsbegründung, seien offenbar ohne jedes Motiv erfolgt, völlig willkürlich, die Opfer wurden nach Zufallskriterien ausgesucht.

Zu keinem Zeitpunkt, sagte der Richter Eric Aarseth am Ende, habe er den Eindruck gehabt, dass Rogers nicht Herr seiner Sinne gewesen sei. Als er das Urteil verkündete, wandte sich Aarseth noch einmal an den Angeklagten, den er kurz zuvor als "das Böse" bezeichnet hatte: "Ich will verhindern, dass irgendwann einmal die Gefahr besteht, dass Sie noch einmal auf die Straße gelassen werden, in Alaska, Anchorage oder irgendwo sonst."

Das Strafmaß lag dann mit 309 Jahren sechs Jahre über der Forderung der Staatsanwaltschaft. Erin Rogers, sagten Prozessbeobachter, habe all die Aufmerksamkeit genossen, die auch die harte Strafe weckte.

Im Forum der "Anchorage Daily News" brachte ein Diskutant bald darauf die Diskussion um Motive, Irrsinn und Strafe auf den Punkt: "Es scheint, er hat bekommen, was er wollte." So armselig ist das wohl.

pat

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insgesamt 3 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
15.11.2009 von reemt_av: ..

Ich denke sie haben keine besondere vorstellung davon wie der gefängnisalltag eines strafgefangenen (besonders in den usa) aussieht. mehr...

14.11.2009 von Steff-for: Vollkommen beknacker Richterspruch

Also... er hat gemordet weil er nach Ansicht seiner Verwandten und Vater eine Null sei... - is er auch! Welche Chancen hat eine Null in der Gesellschaft? Keine, richtig! Also nächster Schritt für den Typen... er macht Scheiss um [...] mehr...

14.11.2009 von crime-scene-unit: es hätte wohl genügt,...

wenn der richter dem antrag des staatsanwaltes stattgegeben hätte... dann käme er nach 306 jahren wieder frei und nicht erst drei jahre später... :-) sachen gibt's... servus c/s/u mehr...

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