Hamburg - Brian Thomas erwürgte seine Frau Christine, 57, während eines Urlaubs an der walisischen Westküste im Schlaf. Seit dem vergangenen Dienstag musste sich der 59-Jährige deswegen vor dem Swansea Crown Court verantworten. Thomas hatte zugegeben, für den Tod seiner Frau verantwortlich zu sein, beteuerte jedoch, unbewusst gehandelt zu haben.
Ein medizinisches Gutachten gab dem Angeklagten Recht und bescheinigte ihm eine chronische Schlafstörung. Thomas habe im Schlaf keine Kontrolle über seinen Körper, hieß es. Die Staatsanwaltschaft sah von einer Anklage wegen Mordes beziehungsweise Totschlags ab und plädierte auf "nicht schuldig wegen Unzurechnungsfähigkeit".
Wären die Geschworenen dem gefolgt, hätte das Gericht Thomas in eine psychiatrische Klinik einweisen müssen. So sieht es das britische Recht vor.
"Psychiater machten jedoch deutlich, dass diese Maßnahme keinen Zweck gehabt hätte", sagte Oberstaatsanwalt Iwan Jenkins. Daher habe man von einer Anklage abgesehen. "Ich muss betonen, dass die Umstände bei diesem Fall so gut wie einzigartig sind. Weltweit gibt es nicht einmal 50 vergleichbare Prozesse", so Jenkins.
Thomas' Verteidigerin hatte vor Gericht erklärt, ihr Mandant sei neben seiner Schlafstörung auch an Parkinson erkrankt. Im Urlaub habe er auf seine Medikamente, zu denen auch Antidepressiva gehörten, verzichtet, um seine "sexuelle Leistungsfähigkeit" nicht zu gefährden.
Mediziner berichteten, dass ein abruptes Absetzen dieser Medikamente zu "sehr impulsiven Träumen" führen kann.
mas/Reuters
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