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29.11.2009
 

Demjanjuk-Prozess

"Die Menschen sollen nicht vergessen"

Von Jan Friedmann

Blick durch das Haupttor des Konzentrationslagers AuschwitzZur Großansicht
ddp

Blick durch das Haupttor des Konzentrationslagers Auschwitz

Im Prozess gegen den mutmaßlichen KZ-Wachmann John Demjanjuk treten mehr jüdische Nebenkläger auf als bei jedem Verfahren zuvor. Ihre Angehörigen starben im KZ Sobibór, sie selbst entkamen nur durch Glück oder Zufall der Deportation. SPIEGEL ONLINE schildert das Schicksal von drei Überlebenden.

Mindestens 35 Nebenkläger hat die Strafkammer für den Prozess gegen den mutmaßlichen SS-Gehilfen John Demjanjuk zugelassen. Das sind mehr als im Auschwitz-Prozess von 1963 bis 1965, dem bislang größten NS-Verfahren in Deutschland. Es könnten noch mehr werden, denn der Vorsitzende Richter Ralph Alt darf noch während des laufenden Verfahrens zusätzliche Nebenkläger zulassen.

19 der Nebenkläger sind als Zeugen geladen und wollen zu Prozessbeginn nach München reisen. Sie sollen bei planmäßigem Verlauf innerhalb der ersten drei Prozesstage gehört werden.

Andere verfolgen den Prozess aus der Ferne, in den Niederlanden, in den USA, der Schweiz oder Israel. Alle Nebenkläger haben enge Angehörige verloren, Eltern, Geschwister oder Ehegatten, zum Teil die komplette Familie. Sie starben laut erhaltener Transportlisten im Vernichtungslager Sobibór im besetzten Polen, ermordet in jenen Monaten des Jahres 1943, als Demjanjuk dort mutmaßlich von der SS als Wachmann eingesetzt wurde.

SPIEGEL ONLINE zeichnet stellvertretend das Schicksal dreier Nebenkläger nach, die in New York leben. Die Biografien beruhen auf Gesprächen, die der Kölner Strafrechtsprofessors Cornelius Nestler mit seinen Mandanten geführt hat.

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insgesamt 37 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
02.12.2009 von alfredoneuman: 1

Sie wollen jetzt hoffentlich nicht behaupten, dass Sie bisher vor lauter Verantwortung zusammengebrochen sind. Und von welchem Ballast reden Sie, hört sich fast so an, als ob Sie mit eigener Hand die Taubenkake von den [...] mehr...

01.12.2009 von ArbeitsloserMathematiker: Verantwortung für was?

Ich habe mich vor kurzem dafür entschieden keinerlei "Verantwortung" mehr für das zu übernehmen, was Andere in der deutschen Geschichte vor mir angerichtet haben. Von mir aus kann man die ganzen Gedenkstätten zumachen. [...] mehr...

01.12.2009 von camemberta: ...

Irgendwas haben Sie noch nicht ganz verstanden. Die Bundeskanzlerin ist auch nicht "schuld" an dem Bockmist, den z.B. einzelne Minister treiben, sie trägt aber die Verantwortung. Sie ist auch nicht schuld an der [...] mehr...

01.12.2009 von Spinnosa: Ja!

Habe ich auch gerade gesagt. Aber ich habs nicht so kurz auf den Punkt gebracht. mehr...

01.12.2009 von Spinnosa: ...

Ja, da liegen Sie leider völlig falsch. Beides hat nämlich so viel miteinander zu tun wie die letzte Sonnenfinsternis mit den Ergebnissen der Fußballliga. mehr...

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Das Vernichtungslager Sobibor

Sobibor

Im Herbst 1941 beauftragte der Reichsführer-SS, Heinrich Himmler , den SS- und Polizeiführer des Distrikts Lublin im Generalgouvernement , Odilo Globocnik , im Rahmen der Endlösung der Judenfrage mit der Ermordung der dort lebenden Juden. Als Belzec , das erste Vernichtungslager der Aktion Reinhardt , zur Erfüllung des Mordprogramms nicht ausreichend erschien, begann die SS im Frühjahr 1942 mit dem Bau eines zweiten Vernichtungslagers in der Nähe von Sobibor . Seit Juli 1943 betrieb Himmler die Umwandlung von Sobibor in ein KZ . Am 14. Oktober 1943 wagten die Häftlinge einen Aufstand, der niedergeschlagen wurde, aber die Auflösung des Lagers zur Folge hatte. 47 der ausgebrochenen Häftlinge überlebten das Kriegsende und konnten Zeugnis ablegen vom Massenmord in Sobibor – einer von ihnen ist Thomas Blatt .

Opfer

Täter

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Vernichtungslager und KZ






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