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22.12.2009
 

Devon Hollahan

Vermisster Bankierssohn tot gefunden

Devon Hollahan: "Die Suche geht weiter"
Fotos
AP / Polizei Frankfurt

Traurige Gewissheit im Fall des verschwundenen Millionärssohnes Devon Hollahan: Der seit vier Wochen vermisste 22 Jahre alte Amerikaner ist tot. Seine Leiche wurde in Boppard aus dem Rhein geborgen.

Hamburg - Sein Vater Jeffrey Hollahan hatte in Frankfurt am Main eine einzigartige Suchaktion losgetreten - und bis zum Schluss gehofft, dass sein Sohn Devon noch lebt. Nun hat ihn die traurige Nachricht ereilt, dass der seit vier Wochen vermisste 22-Jährige tot ist.

Eine am 15. Dezember in Boppard aus dem Rhein geborgene männliche Wasserleiche sei als der junge Amerikaner identifiziert worden, berichtete die Polizei am Dienstag in Frankfurt. Der Leichnam konnte erst am Montag mit dem Ergebnis einer DNA-Analyse identifiziert werden. Nach Angaben der Kripo war der junge Lehrer unter Alkoholeinfluss nachts in Frankfurt in den Fluss gestürzt.

Er wurde rund 100 Kilometer weit abgetrieben. Wer den Toten am Ufer bei Boppard fand, sei noch nicht bekannt, sagte ein Polizeisprecher. Nach dem vorläufigen Obduktionsergebnis gehen die Ermittler weiter von einem Unfall aus. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen wurden laut Polizei nicht gefunden.

Vor kurzem war ein Schuh Devons aus dem Main gefischt worden. Bis dahin fehlte seit der Nacht zum 21. November jede Spur von Devon Hollahan. Der 22-Jährige, der in Prag als Englischlehrer arbeitete, war mit seinem Freund über Nürnberg nach Frankfurt am Main gefahren, um dort ein Konzert der Band "Portugal. The Man" zu besuchen. Nur für diese eine Nacht wollten sie nach Deutschland.

Auf dem Rückweg von dem Konzert verschwand Devon Hollahan plötzlich. Sein Freund fuhr alleine zurück nach Prag, als der junge Amerikaner jedoch auch dort nicht auftauchte, meldete er ihn als vermisst.

Devons Vater Jeffrey reiste umgehend nach Deutschland und verteilte in Frankfurt am Main Tausende von Farbkopien an Passanten, klebte sie an U-Bahn-Stationen, Laternenmasten und Haltestellen, heftete sie an Hauswände und Ladentüren, legte sie in Kneipen und Supermärkten aus. Auf den Flyern sah man zwei Fotos seines Sohnes, einem lebensfrohen jungen Mann mit rötlichen Haaren, der ab und zu einen Fünftagebart trug. Auf Deutsch und auf Englisch bat der Vater die Bevölkerung um Hilfe bei der Suche nach dem verschwundenen Sohn. Die aufwendige Aktion des Vaters und anderen Verwandten sorgte bundesweit für Aufsehen.

Der Schuh, der aus dem Main gezogen wurde, war schließlich die erste Spur seit Devons Verschwinden. "Die Suche geht so lange weiter", hatte Jeffrey Hollahan auch damals immer wieder beteuert. "Bis wir seine Leiche gefunden haben."

jjc/dpa

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