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27.12.2009
 

Gescheiterter Terrorbomber Abdulmutallab

Mit einem Lächeln zur Anklageverlesung

Von Yassin Musharbash

Vereitelter Anschlag auf US-Flugzeug: Aufregung in Detroit
Fotos
AFP

Neue Spuren im Terrorplot von Detroit: Der Angeklagte Abdulmutallab behauptet, den Sprengstoff für sein Flugzeugattentat von einem Qaida-Bombenbauer erhalten zu haben. Der 23-Jährige war Ermittlern bekannt - wegen Sicherheitsbedenken wurde ihm die Einreise nach Großbritannien verweigert.

Hamburg/Berlin - Am Samstag sind sich Umar Faruk Abdulmuttalab, der gescheiterte Flugzeugbomber von Detroit, und Bezirksrichter Paul Borman das erste Mal begegnet. Es ist eine gespenstische Szene: Abdulmuttalab lächelt, als er im Rollstuhl in den Konferenzraum des Medical Center der University of Michigan geschoben wird, in dem Richter Borman ihm die Anklage verliest.

Der Angeklagte trägt einen grünen Klinikkittel, blaue Strümpfe. Sein linker Daumen und sein rechtes Handgelenk sind verbunden, sein Bein ebenso. Auf die Frage, ob er die Anklage verstanden habe, antwortet Abdulmuttalab auf Englisch: "Ja, das tue ich." Er akzeptiert einen Pflichtverteidiger.

Nach Angaben von US-Zeitungen drohen ihm bis zu 40 Jahre Haft - weil er am Freitag versucht hat, in einer aus Amsterdam kommenden Maschine der Fluggesellschaft Northwest eine Explosion auszulösen. Er wollte das Flugzeug beim Landeanflug auf Detroit zum Absturz bringen, im Auftrag von al-Qaida, wie er selbst behauptet. Wäre ihm das Attentat geglückt, wären möglicherweise fast 300 Passagiere und Crewmitglieder umgekommen.

Laut Augenzeugen hielt sich Abdulmuttalab kurz vor dem Zwischenfall rund 20 Minuten in der Toilette auf, dann kehrte er auf seinen Sitzplatz zurück. Dort soll er gegenüber Mitreisenden über Magenprobleme geklagt und sich mit einer Decke verhüllt haben. Kurz darauf seien Geräusche wie bei einem Feuerwerk zu hören gewesen, dann habe Abdulmutallabs Kleidung Feuer gefangen. Sekunden später wurde der Mann von Reisenden und Bordpersonal überwältigt.

Wurde der Sprengstoff von einem Qaida-Bombenbauer hergestellt?

Der Sprengsatz enthielt nach ersten Ermittlungen Pentaerythritol (PETN), eine hochexplosive Substanz. Die Bombe habe aus zwei Teilen bestanden: aus Pulver, das Abdulmuttalab an seinem Bein befestigt hatte, und aus einer Spritze, in der sich eine Chemikalie befand, mit der die Bombe zur Explosion gebracht werden sollte. Nach eigenen Angaben hatte Abdulmuttalab diese beiden Komponenten in seine Unterhose eingenäht.

Die Bombe ist das bislang wichtigste Beweisstück in dem undurchsichtigen Terrorplot. Durch die Zusammensetzung und Fabrikation könnten Ermittler Hinweise darüber gewinnen, ob Abdulmuttalab tatsächlich, wie er behauptet, in Auftrag von al-Qaida gehandelt hat - oder ob er ein ideologisch verblendeter Einzeltäter ist.

ABCNews berichtet unter Berufung auf die Aussage des Nigerianers, der Sprengstoff sei von einem Qaida-Bombenbauer im Jemen hergestellt worden. Dem Bericht zufolge nahm Abdulmuttalab per Internet Kontakt zu einem radikalen islamistischen jemenitischen Prediger auf. Dieser habe ihn dann an einen lokalen Qaida-Kader im Jemen vermittelt, heißt es in dem Bericht weiter. Abdulmuttalab habe sich bei den Qaida-Anhängern nördlich der Hauptstadt Sanaa in einem Dorf aufgehalten. Er sei für etwa einen Monat dort gewesen, und man habe ihm gesagt, was er tun sollte und wie er es tun sollte. Nach einer Weile sei ein Saudi-Araber zu der Gruppe gestoßen, diesen beschrieb Abdulmuttalab laut ABCNews den Behörden gegenüber als Bombenbauer.

Al-Qaida ist im Jemen präsent

Sollten sich diese Angaben bewahrheiten, wäre der Anschlagsversuch von Detroit der erste, den die Qaida-Filiale im Jemen im westlichen Ausland unternahm. Der dortige Ableger des Terrornetzwerks von Osama Bin Laden verschmolz laut mehreren entsprechenden Kommuniqués Anfang 2009 mit der saudi-arabischen Filiale. Schon vorher hatte es in dem bitterarmen Land auf der Arabischen Halbinsel Zusammenschlüsse von islamistischen Militanten gegeben, die sich Bin Laden und al-Qaida verpflichtet fühlen.

Bin Ladens Familie stammt aus dem Jemen, viele Jemeniten kämpften an seiner Seite in Afghanistan gegen die Sowjets. Zudem beherbergt das Land eine Reihe ehemaliger Guantanamo-Insassen, die sich al-Qaida angeschlossen haben und zum Teil bis in die Führung vorgerückt sind.

In den vergangenen 18 Monaten gab es im Jemen eine Reihe von spektakulären Anschlägen, zu denen sich al-Qaida bekannte, unter anderem auf eine südkoreanische Reisegruppe und auf die US-Botschaft in Sanaa.

Die Lage im Jemen ist höchst instabil. Im Norden des Landes steht die schwache Zentralregierung einem Aufstand der schiitischen Huthi-Rebellen gegenüber, zu dessen Bekämpfung sie zuletzt auch Luftangriffe flog. Zudem berichten nahöstliche und westliche Geheimdienste, dass Qaida-Terroristen aus Saudi-Arabien im Jemen einsickern, zumal sie in dem benachbarten Königreich verfolgt werden.

Bisher schienen die Hauptfeinde der Qaida-Filiale auf der Arabischen Halbinsel US-Soldaten am Golf, westliche Touristen und Missionare zu sein. Dies ergibt sich auch aus den einschlägigen Strategiepapieren, die al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel in ihrem Internetmagazin "Echo der Schlachten" publizierte.

In letzter Zeit verstärkte sich die Hetze gegen die USA - was zum Teil mit der US-Unterstützung für die Zentralregierung in Sanaa zu tun haben dürfte. So hatte es in der vergangenen Woche Angriffe mit Cruise Missiles gegen zwei vermutete Qaida-Camps im Jemen gegeben - es gilt als sicher, dass die USA dahinterstanden.

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Stimmt, ich kann auch nicht nicht mal ansatzweise wild zusammengerührtes Geschwurbel unter Verkennung von Tatsachen bei Ihrem Beitrag erkennen, die diesen als "Verschwörungstheorie" qualifizieren würden. Interessant, [...] mehr...

28.12.2009 von Allerweltschemiker: Falsche Info zur Chemie der (potentiellen) Bombe

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27.12.2009 von caolo: Nacktscanner Vekaufsförderungskampagne?

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