Amsterdam - In den Niederlanden ist der Stolz über die Tat Jasper Schuringas riesig: "Holländer überwältigt Terroristen!", lautet die allgegenwärtige Schlagzeile. Auch in US-Medien und im Internet wird der Amsterdamer als Held gefeiert. Dabei sagt Schuringa: "Ich fühle mich nicht wie ein Held." Er habe einfach etwas tun müssen, und er sei auch nicht der einzige Tapfere gewesen: "Eine Menge Leute haben versucht zu helfen. Wir hatten sehr mutige Flugbegleiter, die auch geholfen haben."
Schuringa hatte sich am Freitag an Bord des Northwest-Airlines-Fluges auf den mutmaßlichen Terroristen Umar Farouk Abdulmutallab geworfen, nachdem dieser versucht hatte, seine Bombe zu zünden.
Weil der Zünder nicht richtig funktionierte, detonierte der Sprengsatz nicht komplett, sondern ging in Flammen auf. Er habe einen Knall wie von einem Feuerwerkskörper gehört, erzählte Schuringa CNN. Jemand schrie: "Feuer, Feuer!" - und dann war da Rauch, innerhalb weniger Sekunden war Abdulmutallab von Rauch umhüllt, seine Hose hatte Feuer gefangen. "Ich habe sofort reagiert", erzählte der 32-jährige Schuringa CNN, "ich habe nicht nachgedacht. Wenn man im Flugzeug einen Knall hört, dann ist man wach, glaubt mir."
Schuringa sagte, er habe von seinem Sitzplatz 20J aus gesehen, dass der Mann auf Platz 19A sich trotz der Gefahr nicht bewegte - da habe er gehandelt. "Ich saß auf der rechten Seite des Flugzeuges und der Verdächtige auf der linken."
Als er sich auf Abdulmutallab gestürzt habe, habe er den brennenden Gegenstand zwischen dessen Beinen gesehen: "Ich zog es weg von ihm, versuchte, das Feuer mit meinen Händen zu löschen, und warf es weg." Gemeinsam mit einem Flugbegleiter habe er den Mann ergriffen und in die Erste Klasse geschleppt. "Dort zogen wir ihn aus, fesselten ihn mit Handschellen und versicherten uns, dass er keine weiteren Waffen und Bomben am Körper trug."
Politiker fordern Ordensverleihung
Schuringas Eltern ist auch zwei Tage nach dem dramatischen Geschehen die Aufregung noch anzumerken. "Wir haben mit ihm telefoniert und er hat uns berichtet, wie er über die Sitze geflogen ist, als er sah, was der Bursche da anfing." Erleichtert seien sie, sagt der Vater, und natürlich "unendlich stolz". Zugleich aber seien sie immer noch geschockt "bei der Vorstellung, dass innerhalb einer Minute alles hätte anders kommen können".
Auf der Internetplattform Facebook gründeten Fans noch am Wochenende Gruppen für den Niederländer. Und bei der für den 8. Januar geplanten Rückkehr nach Amsterdam erwartet den Holländer, der eigentlich nur Freunde in Florida besuchten wollte, wohl ein Heldenempfang. Im Namen der Regierung dankte ihm der stellvertretende Ministerpräsident Wouter Bos schon mal telefonisch. Viele Politiker sind dafür, dass Königin Beatrix Schuringa einen Orden verleiht. In der allgemeinen Hochstimmung stört nicht einmal mehr, dass der Vorschlag zuerst von dem islamfeindlichen Rechtspopulisten Geert Wilders gemacht wurde.
abl/dpa/APD/AFP
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Wilders bewegt sich - im Gegensatz zu Ihrer Auffassung - als Denker und Politiker durchaus im Rahmen von hundert Jahren Rechtskultur. Er will diese nämlich retten vor einer Unkultur aus dem frühen Mittelalter. Auf Youtube zu [...] mehr...
Einer der "immer glaubt Gutes zu tun, aber meist das Gegenteil davon bewirkt". Also so jemand wie Georg W.? Oder wie sie? mehr...
Wären Sie so freundlich Ihre Behauptungen durch Quellen zu belegen? Ich bin schon mal gespannt. Der einzige der hier denunziert, sind meines Erachtens und überaus offensichtlich Sie. mehr...
Für das hinterlistige Töten einer willkürlich/zufällig ausgewählten größeren Gruppe von Menschen gibt es also - nach Ihrer kruden Theorie - tausend gute Gründe dafür und dagegen. Es komme dabei nur auf den Standpunkt an. Und [...] mehr...
1. Menschenleben zu retten ist GUT. 2. Töten ist SCHLECHT, es sei denn Schlimmeres wird dadurch verhindert. 3. Der Versuch aber, eine Aktion, wie die des Nigerianers, irgendwie nachvollziehen zu wollen ist einfach nur daneben [...] mehr...
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