Belgrad - Nach Angaben der Behörden hat Darko Saric jährlich eine Milliarde Euro verdient. Das sagte der Staatssekretär im serbischen Justizministerium, Slobodan Homen, im Belgrader Fernsehen B92. Dieses Geld habe der von Serbien mit internationalem Haftbefehl gesuchte mutmaßliche Drogenboss in Sportvereinen, mit Hotels, Discotheken und Gaststätten sowie bei der Privatisierung von Staatsbetrieben "gewaschen".
Die kriminelle Saric-Bande bestehe bereits seit zehn Jahren, berichtete Homen weiter. Der 40-Jährige wird verdächtigt, den aufgeflogenen Schmuggel von 2,4 Tonnen Kokain von Südamerika nach Europa organisiert zu haben. Montenegro hatte in der letzten Woche mutmaßliche Komplizen von Saric nach der Festnahme wieder laufen gelassen, weil die serbischen Behörden keine Belastungsbeweise vorlegen wollten. Dadurch könnten die in Serbien laufenden Verfahren Schaden nehmen, hatte die Begründung gelautet.
Auf die Frage, ob Saric politische Parteien bestochen hat, antwortete der Staatssekretär: "Wenn ich an Saric' Stelle gewesen wäre und so viel Geld gehabt hätte, hätte ich alle politischen Parteien in Regierung und Opposition finanziert. Denn das ist der einzig sichere Schutz." Saric ist serbischer Staatsbürger und hatte lange seine Operationsbasis in Montenegro. Serbien wirft Montenegro vor, dem Kriminellen politischen Schutz zu geben.
jjc/dpa
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