Salzburg - In Österreich hat ein Fall sexuellen Missbrauchs zum Rücktritt eines hohen Vertreters der katholischen Kirche geführt. Erzabt Bruno Becker habe sich von seinem Amt zurückgezogen, teilte das Salzburger Kloster St. Peter am Dienstag mit. Der 64-Jährige hatte zuvor einen rund 40 Jahre zurückliegenden Missbrauch an einem Kind zugegeben. Er habe sich bei dem Betroffenen entschuldigt und bedauere seine Tat noch heute zutiefst.
"In Fragen sexuellen Missbrauchs gibt es keine Toleranz, auch nicht für einen Erzabt", sagte Prior Korbinian Birnbacher. Becker, der 2009 zum Erzabt von St. Peter gewählt worden war, sei selbst als Kind sexuell missbraucht worden.
Zu seiner Tat gab es unterschiedliche Darstellungen: Laut Deutscher Presse-Agentur soll der damals angehende Priester Becker erfahren haben, dass der Elfjährige bereits von zwei anderen Ordensbrüdern missbraucht wurde. Daraufhin bat er ihn unter dem Vorwand, ihm helfen zu wollen, zu einem Gespräch - und verging sich dann selbst an dem Jungen.
Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hingegen unter Berufung auf den ORF, der Abt habe den zwölfjährigen Jungen bei einem Radausflug in einer Grotte missbraucht.
Das Opfer ist heute 53 Jahre alt und beschuldigt neben Becker auch zwei weitere damalige Mitglieder des Benediktinerordens. Sie sollen sich über Jahre hinweg an ihm vergangen haben.
Die Vorwürfe, die bereits verjährt sind, betreffen zwei Männer, die dem Orden nicht mehr angehören. Bei einem von ihnen soll es sich um den langjährigen Beichtvater des damaligen Kindes gehandelt haben. Er habe ihm von unkeuschem Verhalten berichten müssen, sagte der Salzburger im ORF-Interview. "Im Grunde genommen musste ich ihm das beichten, was er verbrochen hatte", sagte der Mann.
hut/dpa/Reuters/apn
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