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11.03.2010
 

Großbritannien

Behörden entschuldigen sich bei vom Vater vergewaltigten Töchtern

Der Fall hatte für erhebliches Aufsehen gesorgt: Ein Mann aus Sheffield vergewaltigte seine Töchter mehr als 25 Jahre lang - und wurde dafür zu lebenslanger Haft verurteilt. Jetzt räumten lokale Behörden ihr Versagen ein. Sie baten die Opfer um Verzeihung.

Sheffield - Britische Behörden haben sich am Mittwoch bei zwei britischen Frauen entschuldigt, die von ihrem Vater mehr als 25 Jahre lang vergewaltigt und missbraucht wurden. Örtliche Beamte und räumten ein, die Frauen im Stich gelassen zu haben.

Der 57-jährige Täter, dessen Name nicht genannt werden darf, war im November 2008 zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Gericht in Sheffield hatte es als erwiesen angesehen, dass der Vater die ältere Tochter siebenmal und die jüngere zwölfmal schwängerte. Der Mann hatte bereits im Jahr 1981 begonnen, seine damals acht und zehn Jahre alten Töchter zu missbrauchen. Zwei der sieben Kinder der älteren Tochter überlebten. Von der jüngeren Tochter überlebten fünf Kinder.

Das jetzige Eingeständnis der örtlichen Behörden wurde während der Veröffentlichung eines Untersuchungsberichts zu dem Fall gemacht. Dieser bestätigt, dass sich 28 öffentliche Organisationen und 100 Mitarbeiter von ihnen in 35 Jahren mit der betroffenen Familie beschäftigt hatten. Zahlreiche Möglichkeiten einzuschreiten, seien verpasst worden, heißt es dem "Guardian" zufolge in dem 39-seitigen Bericht.

"Wir möchten uns bei der Familie entschuldigen. Es wird klar werden, dass wir sie im Stich gelassen haben", sagte Sue Finnes, Vorsitzende der Kinderschutzbehörde Sheffield Safeguarding Children Board. "Dieser Bericht wird nicht angenehm zu lesen sein - für jede Organisation, die mit diesem Fall betraut war. Wir sind alle aufgerufen, schonungslos daran zu arbeiten und alles dafür zu tun, das Risiko einer Wiederholung eines solchen Falls zu minimieren."

Während einer Pressekonferenz in Derby teilten die beteiligten Organisationen und Behörden mit, sie seien alle verantwortlich zu machen. "Wir haben diese Familie enttäuscht, weil es zu einem kollektiven Versagen gekommen ist," sagte Chris Cook, unabhängiger Vorsitzender des Lincolnshire Safeguarding Children Board. "Wir bedauern dies ernsthaft. Wir hätten euch beschützen sollen."

"Ich mache eine Menge Leute dafür verantwortlich"

Die Überprüfung des Falles zeigte demnach auch, dass die Familie in 35 Jahren 67-mal umzog, so dass der Vater eine Entdeckung verhindern konnte. Die Ehefrau verließ den Mann Anfang der neunziger Jahre, die Mädchen und ein Bruder blieben jedoch beim Vater.

Der Bruder zeigte sich erbost darüber, dass seine Schwestern nicht beschützt wurden. "Ich mache eine Menge Leute dafür verantwortlich. Ich beschuldige die Menschen, die ihre Jobs hätten machen und auf uns aufpassen sollen", sagte er.

Während des Prozesses im November 2008 hatte eine seiner Schwestern ausgesagt, der Vater habe oft ihren Kopf an die Flamme eines Gasofens gedrückt. Einmal habe er seiner älteren Tochter ein Messer an den Hals gehalten und gesagt: "Es wird nie vorbei seien. Du musst tun, was dir gesagt wird."

Als die Töchter sich den Vergewaltigungen entziehen wollten, habe er ihnen gedroht, ihre Kinder umzubringen. Fragen nach der Herkunft ihrer Kinder seien sie aus Angst ausgewichen. Die Einnahme der Antibabypille habe der Vater den jungen Frauen untersagt.

wit/AFP/AP/Reuters

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