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22.04.2010
 

Somalia

Piraten drohen mit Sprengung von Supertanker

Entführter Tanker "Samho Dream": Öl für 120 Millionen Euro an Bord Zur Großansicht
AFP

Entführter Tanker "Samho Dream": Öl für 120 Millionen Euro an Bord

20 Millionen Dollar Lösegeld: Sonst, so die Drohung der somalischen Seeräuber, sprengen sie einen 320.000-Tonnen-Tanker mit 24 Seeleuten und Öl im Wert von 170 Millionen Dollar in die Luft. Ein südkoreanisches Kriegsschiff ist unterwegs - unterdessen wurde der nächste Frachter gekapert.

Nairobi - Sie überfallen, sie erpressen, sie sind bereit zu töten: Somalische Piraten haben mit der Sprengung des von ihnen gekaperten südkoreanischen Supertankers "Samho Dream" gedroht, falls sie nicht 20 Millionen Dollar Lösegeld erhalten sollten.

Der 333 Meter lange 320.000-Tonnen-Tanker war auf dem Weg vom Irak in die USA. Er hat Öl im Wert von 170 Millionen Dollar an Bord. Die 24 Besatzungsmitglieder - fünf Südkoreaner und 19 Philippiner - werden als Geiseln festgehalten. Südkorea hat wegen der Kaperung des Tankers ein Kriegsschiff in die Region entsandt. Der Anführer der Piraten sagte am Mittwoch, er wisse, dass Kriegsschiffe einen Angriff vorbereiteten. In diesem Falle würde der Tanker in die Luft gesprengt.

Piraten bringen weiteres Schiff in ihre Gewalt

Derweil haben somalische Piraten am Mittwoch erneut ein Schiff in ihre Gewalt gebracht. Sie kaperten den Frachter "Voc Daisy" rund 300 Kilometer südöstlich von Salalah an der somalischen Küste. An Bord des Frachters befinden sich 21 philippinische Seeleute. Die Marinemission der EU teilte mit, die "Voc Daisy" fahre unter philippinischer Flagge und gehöre einem Unternehmen in Liberia. Der Frachter wurde außerhalb der Zone angegriffen, die von Kriegsschiffen geschützt wird.

Unterdessen schlug die französische Marine einen Piratenangriff zurück. Die Seeräuber versuchten demnach in der Nacht zu Dienstag, das französische Versorgungsschiff "La Somme" zu kapern, das Nachschub für die EU-Marinemission liefert. Die Angreifer hätten sich dem Tanker vor dem Morgengrauen in zwei Ruderbooten genähert und auf das Schiff geschossen. Die Piraten hielten das bewaffnete Boot offenbar für ein Handelsschiff. Bei einer Verfolgungsjagd konnte die französische Marine sechs Seeräuber stellen. Es war bereits das zweite Mal innerhalb von sechs Monaten, dass Piraten irrtümlich die "La Somme" angriffen.

Piraten ziehen immer größere Kreise

Weltweit ist die Zahl der Piratenüberfälle in den ersten drei Monaten des Jahres gesunken. Die Piratenmeldestelle des Maritim-Büros der Internationalen Handelskammer (IMB) in Kuala Lumpur meldete von Januar bis März 67 Fälle, verglichen mit 102 Fällen im Vorjahreszeitraum. 2009 gab es so viele Piratenüberfälle wie seit sechs Jahren nicht mehr. Die verschärften internationalen Patrouillen im Golf von Aden zeigten Wirkung, teilte das Büro mit. Die Piraten zögen aber immer größere Kreise. "Die weit verstreuten Überfallorte zeigen, dass die somalischen Piraten sich weiter fortbewegen und ihre Fähigkeiten ausbauen", sagte IMB-Direktor Pottengal Mukundan.

Erst Anfang der Woche hatten Piraten fast 1200 Seemeilen östlich von Somalia im Indischen Ozean drei thailändische Fischtrawler mit 77 Mann an Bord gekapert. Ende 2009 hatten somalische Piraten laut dem IMB mindestens zwölf Schiffe mit 263 Besatzungsmitgliedern in ihrer Gewalt. Oft werden die Schiffe nach der Zahlung von Lösegeld wieder freigegeben.

lgr/Reuters/AFP/apn/dpa

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