Los Angeles/Portland - Wegen des Missbrauchs eines Pfadfinderjungen durch einen Betreuer hat ein US-Gericht Medienberichten zufolge die nationale Pfadfinderorganisation zu einem Schadensersatz in Rekordhöhe verurteilt. Die Geschworenen in Portland im US-Bundesstaat Oregon entschieden laut örtlichen Presseberichten am Freitag, dass die Boy Scouts of America dem Opfer 18,5 Millionen Dollar (knapp 14 Millionen Euro) zahlen müssen. Wie die Tageszeitung "The Oregonian" auf ihrer Website berichtete, wurde der heute 38 Jahre alte Kerry Lewis in den achtziger Jahren nach eigenen Angaben fünfmal von einem Betreuer missbraucht; beim ersten Mal war er elf Jahre alt.
Lewis sagte dem Bericht zufolge vor Gericht aus, die Erfahrung habe ihn in die Drogenabhängigkeit getrieben und ihn quasi beziehungsunfähig gemacht. Lewis, der laut seinen Anwälten bis heute traumatisiert ist, soll eines der zahlreichen Opfer des bereits dreimal wegen Kindesmissbrauchs verurteilten heute 53-jährigen Timur Dykes sein.
Die Anwälte des Klägers hatten mindestens 25 Millionen Dollar (18,8 Millionen Euro) gefordert. Sie verwiesen dabei auch darauf, dass sich die Boy Scouts nie bei dem Opfer entschuldigt haben. Das Gericht befand die Boy Scouts schon am 13. April schuldig, fahrlässig gehandelt zu haben, weil sich der frühere Jugendleiter der Organisation anschließen konnte. Er soll sich an insgesamt 17 Jungen vergangen haben. Bewiesen wurden die Missbräuche unter anderem auf Basis von Dokumenten, die die Pfadfinderorganisation intern als "Perversionsakten" geführt haben soll, was sich strafverschärfend auswirkte.
Denn mit der Rekordsumme soll nach Darstellung des "Oregonian" die jahrelange Politik des Wegschauens und Vertuschens von Missbrauchsfällen bei den Boy Scouts of America bestraft werden. Die Organisation wurde bereits mehrfach wegen des Missbrauchs von Schutzbefohlenen angeklagt, in den meisten Fällen einigten sich Kläger und Boy Scouts aber außergerichtlich. Erstmals seit 20 Jahren wurden nun für den Prozess bislang unter Verschluss gehaltene Akten der Pfadfinderorganisation geöffnet, in denen Fälle sexuellen Missbrauchs dokumentiert sind.
Für die Pfadfinderorganisation ist der Fall damit noch nicht ausgestanden. Vor dem Gericht in Oregon sind insgesamt sechs Klagen wegen Missbrauchs anhängig. Das Urteil am Freitag war nur das erste.
pat/afp/apn
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Wären Zahlungen in dieser Höhe weltweit der Normalfall würde evtl. endlich auch mal die Kirche anfangen das Problem ernst zu nehmen und sich strukturell dahingehend zu verändern um Mißbrauch gar nicht erst möglich zu machen, [...] mehr...
Der Bischoefe von Brooklyn, Connecticut, und andere sind da herzerfrischend ehrlich: Sie fordern die Glaeubigen auf, sich gegen eine Verlaengerung der Verjaehrung von Kindesmissbrauch einzusetzen. Ihr Argument: "[Their] [...] mehr...
Sonst könnten auch hierzulande und anderswo <die Opfer> die RKK über die Schmerzensgeldzahlungen für "Wegschauen und Vertuschen" in die Knie zwingen. mehr...
Leider ein Fall aus den USA. Sonst könnten auch hierzulande und anderswo die RKK über die Schmerzensgeldzahlungen für "Wegschauen und Vertuschen" in die Knie zwingen. Schließlich führt auch die katholische [...] mehr...
Wenn auch ansonsten nicht viel gutes über den großen Teich kommt, in diesem Fall sollte sich die Bundesdeutsche Justiz bezüglich der Mißbrauchsfälle in der Katholischen Kirche mal ein Beispiel nehmen. mehr...
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