Nairobi - Der Überfall ereignete sich 800 Kilometer östlich von Somalia im Golf von Aden. Die mit Sturmgewehren bewaffneten Piraten überfielen den mit 86.000 Tonnen Rohöl beladenen Tanker am Mittwoch und kaperten ihn.
Zunächst wurde befürchtet, dass die Piraten auch die 23-köpfige Crew vollständig gekidnappt hätten. Der Mannschaft sei aber die Flucht gelungen, berichtete der schwedische Konteradmirals Jan Thornqvist.
Die Mannschaft habe einige Stunden lang versucht, den Piraten zu entkommen und dabei mehrere Notrufe abgesetzt, erklärte der Sprecher der EU-Marinemission, John Harbour. Das unter liberianischer Flagge fahrende Schiff war unterwegs nach China.
Inzwischen sei ein russisches Kriegsschiff auf dem Weg zu dem Tanker, meldete die russische Nachrichtenagentur Ria Nowosti.
Somalische Piraten machen seit Monaten die Küste Ostafrikas unsicher. Trotz der Patrouillen internationaler Kriegsschiffe im Golf von Aden und der Festnahme Dutzender Seeräuber dauern die Überfälle auf internationale Handelsschiffe unvermindert an.
Erst Ende April hatten moderne Seeräuber mit der Sprengung des von ihnen gekaperten südkoreanischen Supertankers "Samho Dream" gedroht, falls sie nicht 20 Millionen Dollar Lösegeld erhalten sollten.
Die somalischen Piraten haben derzeit mehr als ein Dutzend Schiffe mit knapp 200 Mann Besatzung in ihrer Gewalt. Internationale Kriegsschiffe patrouillieren den Golf von Aden, eine der am stärksten befahrenen Schifffahrtsrouten, seit Ende 2008.
ada/dpa/AFP
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