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15.06.2010
 

Leipzig

Geiselnehmer bei H&M stellt sich der Polizei

Polizisten vor der H&M-Filiale in der Leipziger Innenstadt: Notruf aus dem LadenZur Großansicht
AP

Polizisten vor der H&M-Filiale in der Leipziger Innenstadt: Notruf aus dem Laden

Die Polizei hat eine Geiselnahme in Leipzig unblutig beendet: Der mit einer scharfen Waffe ausgerüstete Täter gab auf - alle Geiseln kamen unverletzt frei. Tatort war eine Filiale der Modekette H&M mitten in der Innenstadt.

Leipzig - Die Geiselnahme in der Leipziger Innenstadt ist am Dienstag unblutig zu Ende gegangen. Der bewaffnete Mann gab nach Beginn der Geiselnahme in einer Filiale der Modekette H&M freiwillig auf und ließ seine verbliebenen Geiseln frei, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Das Motiv für die Tat könnte ihren Angaben zufolge in gesundheitlichen Problemen des 41-jährigen Geiselnehmers liegen. Im Fernsehsender n-tv berichtete eine Augenzeugin, der Mann habe gesagt, er sei krank und ihm werde nicht geholfen. Deshalb wolle er nun auf diesem Weg Aufmerksamkeit erreichen. Weitere Augenzeugen hatten berichtet, dass der Täter einen verwirrten Eindruck machte.

Unklar war zunächst, ob der Mann tatsächlich mit einer "scharfen" Waffe in das Geschäft gestürmt war oder womöglich nur eine Spielzeugpistole bei sich trug. Am Abend erklärten die Sicherheitskräfte jedoch, es habe sich um eine echte Waffe gehandelt. Der Mann, der offenbar wegen unerlaubten Waffenbesitzes vorbestraft ist, wurde von der Polizei festgenommen und soll vernommen werden. Unbeantwortet blieb zunächst die Frage, ob der Täter Forderungen gestellt hatte.

Bereits vor seiner Aufgabe hatte der Mann rund zehn Geiseln freigelassen. Sie erlitten allerdings bei der Geiselnahme einen Schock, mehrere mussten psychologisch betreuen werden. "Die waren völlig verstört, fertig und weinten", sagte eine Polizeisprecherin. Wie viele Geiseln der Mann insgesamt in seiner Hand hatte, stand auch nach dem unblutigen Ende der Geiselnahme zunächst nicht fest.

Fußgängerzone rund um das Geschäft abgesperrt

Kurz nach 12.30 Uhr war bei der Polizei ein erster Notruf eingegangen. H&M-Kunden hätten selbst angerufen, sagte eine Behördensprecherin.

Augenzeugen hatten den Mann im 1. Stock des Modehauses in der Fußgängerzone zwischen Thomaskirche, Markt und Neuem Rathaus mit einer Pistole in der Hand gesehen. Die Fußgängerzone rund um das Geschäft wurde abgesperrt. Neben einem Spezialeinsatzkommando waren auch mehrere Krankenwagen vor Ort.

Wenig später war das Gelände mit rot-weißem Flatterband abgesperrt. Insgesamt waren etwa 70 Geschäfte betroffen. Die Inhaber wurden aufgefordert, die Läden dichtzumachen und sich einzuschließen. Das Karstadt-Kaufhaus verriegelte seine Eingänge. Auch Tiefgaragen wurden für die Öffentlichkeit gesperrt. Mit Maschinenpistolen bewaffnete und maskierte Polizisten patrouillierten in der Einkaufsstraße.

wit/AFP/dpa/ddp

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