Paris - Den Unruhen geht der Tod eines jungen Mannes voraus: Die Krawalle in Grenoble begannen, nachdem Polizisten einen mutmaßlichen Räuber erschossen hatten. Zahlreiche Jugendliche reagieren mit Gewalt auf den Tod - inzwischen die dritte Nacht in Folge.
Unbekannte hätten mindestens zwei Schüsse auf einen Streifenwagen abgegeben, teilte die Polizei am Montag mit. Verletzt worden sei niemand. Seit Freitag wurden in der Stadt im Südosten Frankreichs rund 80 Autos angezündet.
Oppositionspolitiker Manuel Valls sprach von einem "Scheitern der Sicherheitspolitik" von Präsident Nicolas Sarkozy. Dieser hatte mit Blick auf den Präsidentschaftswahlkampf 2012 angekündigt, sich verstärkt um das Thema Sicherheit kümmern zu wollen. Innenminister Brice Hortefeux war am Samstag nach Grenoble gereist und hatte dort versprochen, mehr für die städtische Sicherheit zu tun und unter anderem die Überwachung durch Videokameras auszubauen. Er schickte außerdem etwa 240 zusätzliche Sicherheitskräfte nach Grenoble.
Polizisten töteten den mutmaßlichen Räuber in der Nähe seines Wohnhauses nach einem Überfall auf ein Spielcasino. Den Ermittlern zufolge hatte der 27-Jährige zuerst geschossen. Die Angehörigen des Toten werfen der Polizei übertriebene Gewalt vor.
siu/dpa
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