ThemaRusslandRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
19.07.2010
 

Kunstbetrug

Reicher Russe fällt auf falsche "Liebesdienerin" herein

Russischer Ölmilliardär Wekselberg: Auf Kunstfälscher hereingefallenZur Großansicht
DPA

Russischer Ölmilliardär Wekselberg: Auf Kunstfälscher hereingefallen

Er gab ein Vermögen für das Ölgemälde "Liebesdienerin" aus - und entdeckte das Bild ein Jahr später im Katalog für Plagiate. Nun verklagt ein russischer Milliardär das Auktionshaus Christie's. Er fordert 2,9 Millionen Dollar zurück.

Moskau/London - Es war offenbar nur ein Plagiat: Der russische Milliardär Wiktor Wekselberg, 53, ist Opfer einer dreisten Kunstfälschung geworden. Der Ölmagnat verklagt laut Zeitungsberichten das britische Auktionshaus Christies vor dem Höchsten Gerichtshof in London auf Rückgabe von 2,9 Millionen Dollar (2,24 Mio. Euro). So viel hatte er für ein mutmaßliches Gemälde des russischen Künstlers Boris Kustodijew (1878-1927) bezahlt.

Der Kunstfreund Wekselberg hatte das Ölbild "Odaliske" (etwa: "Liebesdienerin") im November 2005 zu einem Rekordpreis ersteigern lassen, der siebenmal so hoch wie der Schätzwert war.

Das mit einer Kustodijew-Signatur versehene und mit 1919 datierte Gemälde hatten russische Kunstexperten als Fälschung entlarvt und im vergangenen Jahr in einem Katalog für Plagiate veröffentlicht. Die Moskauer Zeitung "Kommersant" berichtete, dass Christie's Kustodijew nicht zur "Risikogruppe" der bei Fälschern besonders beliebten Künstler gezählt habe. Außerdem sei das kleine Bild bereits 1989 einmal von Christie's verkauft worden. Das Werk, das von einem unbekannten Maler stammen soll, werde nun erneut in London begutachtet, meldete der "Daily Telegraph".

Dass die Fälschung erst jetzt öffentlich wurde, hängt dem "Kommersant" zufolge mit dem Prozess zusammen. Überraschend sei auch, dass Wekselberg als einer der reichsten Russen nicht nur im staatlichen Auftrag und aus "Patriotismus" russische Kunst zurückkaufe. Vielmehr habe er als Geschäftsmann selbst Interesse an Investitionen in Antiquitäten.

Wekselberg hatte 2004 für rund 80 Millionen Euro neun Fabergé-Eier in seine Heimat zurückgeholt. Russland hatte die Heimkehr der einst im Auftrag der Zaren vom Goldschmied Carl Fabergé gefertigten Kunstwerke aus Juwelen sowie weiterer 180 Kreationen als Sensation gefeiert.

fro/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Panorama
alles aus der Rubrik Justiz
alles zum Thema Russland

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP