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20.07.2010
 

Knast statt süßes Leben

Zentis-Erpresser muss ins Gefängnis

Er träumte von einem Luxusleben, nun muss er in den Knast. Der Erpresser des Marmeladen-Herstellers Zentis ist zu fast sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Mann hatte gedroht, Konfitüre zu vergiften.

Aachen - Knast statt Luxus: Der Erpresser des Marmeladen-Produzenten Zentis muss für fünf Jahre und zehn Monate in Haft. Der Mann hatte gedroht, Marmelade zu vergiften. Das Gericht verurteilte den 27-Jährigen unter anderem wegen schwerer räuberischer Erpressung. Mit der Beute wollte der gescheiterte Student ohne Einkommen dennoch seinen luxuriösen Lebensstil sichern.

In einem Erpresserbrief hatte der Mann 500.000 Euro verlangt. Seine Drohung unterstrich er mit drei vergifteten Gläsern. Die Marmelade habe er mit einer K.O.-Tropfen-ähnlichen, gefährlichen Substanz versetzt, stellten die Richter am Aachener Landgericht am Dienstag fest. Wäre präparierte Konfitüre in den Handel gekommen, wären "allen Möglichkeiten Tür und Tor geöffnet, was passieren kann", sagte der Richter.

Der wortgewandte und ordentlich wirkende junge Mann nahm das Urteil mit betretener Miene entgegen. Er habe mit hoher krimineller Energie gehandelt, befand das Gericht. Die Erpressung sei eine "schwergewichtige Tat". Weinend fiel die Mutter ihrem Sohn nach dem Urteil in die Arme.

Der Mann aus gutbürgerlichem Haus war in chronischer Geldnot, nachdem er mit seiner Freundin das Leben in der Düsseldorfer Schickeria genossen hatte. Im Januar "kam ihm die Idee, die Firma Zentis zu erpressen", sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Diewald.

Zentis und die Polizei nahmen die Drohung ernst. Sie überwiesen 500 Euro auf ein unter falschem Namen eröffnetes Konto des Erpressers, später weitere 4500 Euro. Es dauerte keine zwei Wochen, bis sie dem Erpresser auf die Spur kamen durch einen Fingerabdruck in einem Betrugsfall. Vor der Tat hatte der Studienabbrecher reihenweise Kontos unter falschen Namen eröffnet und überzogen. Dafür verurteilte ihn das Landgericht wegen gewerbsmäßigen Betrugs in zwölf Fällen.

fro/dpa

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