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14.08.2010
 

Love-Parade-Desaster

Duisburgs OB Sauerland gesteht Marketinglüge

Duisburgs OB Sauerland: "Das ist Wahnsinn."Zur Großansicht
ddp

Duisburgs OB Sauerland: "Das ist Wahnsinn."

Die Familie hat er aus der Stadt gebracht, er selbst erhält Morddrohungen: Im SPIEGEL erklärt Duisburgs Oberbürgermeister Sauerland, wie er das Love-Parade-Desaster verarbeitet. Zudem gesteht er, dass er die Öffentlichkeit im Vorfeld des Events bewusst über die Besucherzahlen getäuscht habe.

Duisburg - Drei Wochen nach der Love-Parade-Katastrophe hat sich Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) erstmals ausführlich zu den Vorgängen um das Desaster geäußert. "Es ist etwas falsch gelaufen, und zwar mit schlimmen Folgen", sagte Sauerland im Gespräch mit dem SPIEGEL. "Wir arbeiten unser Verwaltungshandeln jetzt auf. Und die anderen, Polizei und Veranstalter, müssen es genauso machen."

Gleichzeitig räumte Sauerland ein, die Öffentlichkeit bewusst über die Besucherzahlen der Techno-Veranstaltung getäuscht zu haben. Es habe "die medialen Millionenzahlen des Veranstalters Lopavent" gegeben - und "reale Zahlen für unsere Planung", so Sauerland. Die "mehreren Millionen" erwarteter Besucher, von denen er selbst vor der Parade gesprochen hatte, seien "nur gepushte Zahlen" gewesen, "mit denen man Marketing und nichts anderes" gemacht habe. Auf Wunsch des Veranstalters habe die Stadt Duisburg bei der Marketinglüge mitgemacht.

Gleichwohl zeigte sich der Oberbürgermeister tief betroffen. Auf die Frage, welche Konsequenzen er nach der Katastrophe für sich in Betracht gezogen habe, sagte Sauerland: "Ich habe über fast alles nachgedacht. Sie wissen nicht, welche Gedanken sich in einem Menschen entwickeln. Das ist Wahnsinn."

Nach mehreren Morddrohungen fühle sich Sauerland, der seine Familie nach eigenen Angaben "sicherheitshalber aus der Stadt gebracht" habe, als "Getriebener". So habe sich ein Unbekannter gemeldet und erklärt, man habe ihm 5000 Euro gezahlt, damit er ihn töte. Ein anderer habe gedroht, einen Kindergarten in die Luft zu sprengen, falls er nicht zurücktrete.

Bei dem Love-Parade-Unglück waren am 24. Juli in Duisburg 21 Menschen getötet und über 500 verletzt worden.

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Die neuesten Beiträge:
18.08.2010 von namlob: Die Politik hat die Teilnehmer von weither angelockt

Vergessen Sie nicht die Darstellung http://www.derwesten.de/kultur/musik-und-konzerte/loveparade/Tausende-kommen-nicht-aufs-Loveparade-Gelaende-id3278189.html sowie den Beitrag von lotharevers 364 mehr...

18.08.2010 von Bernhard Fischer: sew

Nun, diese Ansicht hatte ich gestern ja auch schon gepostet... Ich wollte Sie ehr auf kleine Ausschnitte aus den Dokumenten hinweisen, die ich gestern schon, dann aber massivst abgewürgt - in den blog gestellt hatte... es geht [...] mehr...

18.08.2010 von jüttemann: Grins!

Eine gewisse Verschnupftheit des IM Jäger über die Stadt Duisburg ist schon auffallend. Kein Wunder, bekommt "seine" Polizei ja die meiste Schuld an der Katastrophe zugeschoben. Wenn Jäger nicht hinter der [...] mehr...

18.08.2010 von namlob: Interessant

Wenn man so die Presse liest, konnte man sich über nichts wundern: Duisburg/Essen. Die größte Tanzveranstaltung der Welt könnte nach Bochum 2009 auch Duisburg 2010 über den Kopf wachsen. Polizei und Feuerwehr haben dort größte [...] mehr...

18.08.2010 von Bernhard Fischer: ji8722wrt

Sehen Sie bitte hier http://forum.spiegel.de/showpost.php?p=6057686&postcount=408 mehr...

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Die Love Parade

Die Love Parade findet seit 1989 statt, zunächst über viele Jahre in Berlin. 2007 zog die Veranstaltung dann ins Ruhrgebiet um, mit der Premiere in Essen. Vor zwei Jahren gastierte sie in Dortmund. 2009 sagte Bochum die Techno-Party ab, weil die Stadt keine Chance sah, den Besucherandrang zu bewältigen und einen geeigneten Veranstaltungsort zu finden. 2010 endete die Love Parade in einer Tragödie: 21 Menschen starben, mehr als 500 wurden verletzt.

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